Die Daten-Kraken.

Facebook hat es geschafft. Rückte in den letzten Wochen und Monaten Google+ in den Vordergrund der Aufmerksamkeit, wenn es um das Thema Social Media ging, schlägt Facebook zurück. Ein User-Profil auf Facebook wird zunehmend ein Tagebuch des Lebens und nennt sich Timeline. Das ist zumindest die Absicht von Mark Zuckerberg und seiner Plattform, wie er auf der Entwicklerkonferenz f8 in San Francisco bekannt gab. Parallel ziehen derzeit einige österreichische Studenten rund um Max Schrems vor Gericht, um Facebook und die EU-Datenschutzregeln in Einklang zu bringen.

Wie immer, wenn Facebook am Layout bastelt, sind User und Userinnen verunsichert. Die Frage, ob Facebook für oder gegen seine rund 750.000.000 Nutzer und Nutzerinnen agiert, ist Thema seit es Facebook gibt.

In seinem heutigen Kommentar in der Futurezone geht Gerald Reischl unter dem Titel “Grusel-Mark” will unser Leben mit Facebook hart ins Gericht. Und man erinnert sich an viele Diskussionen um Google, denn auch diese für seine Privacy-Politik bei Google+ gelobte Firma gilt immer noch als Daten-Krake.

Doch sind es tatsächlich Unternehmen wie Facebook und Google, die das Problem darstellen? Oder zeigt nicht Max Schrems, wohin der Weg führen kann? Oder muss? Denn immerhin sind es Gesetze, die Firmen das Datensammeln erlauben! Und auch Behörden und der Staat haben bekanntlich zunehmend das Bedürfnis Daten zu sammeln. Andererseits helfen Verbote, die das Internet nutzen einfach und hilfreich gestalten auch wenig, wie Helge Fahrnberger in einem Tweet mir gegenüber aufmerksam machte.

Vermutlich werden zukünftig beide Strategien von Datenschützern und -schützerinnen begangen werden müssen: Die Kraft der Gesetze einerseits (die aber dann auch nur funktionieren können, wenn sie global gelten). Und andererseits die Macht der Konsumentinnen und Konsumenten.

Was uns die Diskussion aber vor allem zeigt: Social Media ist ein so neues Medium, das wir immer noch in der Beta-Phase stecken und wohin der Weg führen wird, ist noch vollkommen unklar. Aber besser wir gestalten diesen Weg, als dass er einfach nur passiert.

  1. Holger says:

    Selbst ich, der doch relativ viel mit Social Media versucht zu “arbeiten” und das auch gerne benutzt, bin bei Facebook mehr als vorsichtig geworden und poste kaum mehr privates dort. Natürlich wäre es aber auch blauäugig zu denken, daß Google so viel besser sei.

    Zumindest aber scheint bislang Google bei Plus ein spiel mit recht offenen Karten zu spielen und reagiert auf Beschwerden der Nutzer während Facebook in den meisten Fällen den Nutzer einfach vor vollendete Tatsachen stellt.

    Prinzipiell finde ich die Idee der Timeline ja toll – aber nicht von Facebook, dazu haben die sich schon viel zu viele Schnitzer erlaubt…

  2. marco says:

    Ich kann mich übrigens ja mal outen. Google+ oder Facebook? Ich finde Twitter immer noch am besten. ;)

  3. Holger says:

    Kommt halt immer darauf an, wozu man die Dienste nutzt :-) Aber Twitter ist auch mein klarer Favorit, nach wie vor.

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