Genug gekärntnert. Nationalratswahl oder was?

Haben wir eigentlich Kärntner Landtags- oder österreichischen Nationalratswahlkampf? Das BZÖ (oder heißen die jetzt BZK?) scheint das tatsächlich nicht zu wissen und fängt mich an gehörig zu nerven.
Jörg Haider ist Kärntner Landeshauptmann und bundesweiter Spitzenkandidat der orangen Partei. Er plakatiert sich quer durch die Bundesländer und alle Menschen in acht Bundesländern wissen genau: Der macht eh nichts für mich, der bleibt in Kärnten. Ein Spitzenkandidat also, der schon anfangs sagt, dass er den Job gar nicht annimmt, für den man ihn und sein BZÖ wählen könnte (falls das jemand in den 8 anderen Bundesländern überhaupt machen wird…).
Das nervt mich. Zum Beispiel im gestrigen TV Duell des Grünen Bundessprechers Alexander Van der Bellen und Jörg Haider. Van der Bellen erläutert spannende österreichische Fragen äußerst überzeugend. Haider spricht von Kärnten und Solarzellen in Kärnten. Aus. Ach ja, er war ja vorher am Operationstisch. Letzteres war der einzige Punkt, den er für sich verbuchen kann.
Es hat sich hoffentlich bald ausgekärntnert in den TV-Duellen und wir können und wieder den wichtigen Themen des Wahlkampfs widmen, die Van der Bellen deutlich ansprach:
  • Entlastung der Armen und der Mittelschicht. Da das nunmal gegengesteuert werden muss (Anm: Sind die Grünen wirklich die einzige Partei die Steuerausgaben und -einnahmen errechnen kann), werden höhere Einkommen nunmal einen höheren Beitrag leisten müssen, um eine soziale Balance zu erreichen. Steuerehrlichkeit gibt es halt derzeit nur bei den Grünen. Die anderen würden natürlich auch gegensteuern, sagen aber nicht wie…
  • Investitionen in den Klimaschutz, denn diese Investitionen sind nicht teuer. Rechnen Sie langfristig!
  • Menschenrechte sind ein Recht und kein Gnadenakt. Das gilt für die Integrations-, Asyl- und Lesben/Schwulen-Politik.
  • Investitionen in die Bildung, denn auch hier können wir nicht von Ausgaben sprechen, die dann weg sind, sondern von denen das Land nachhaltig profitiert – wirtschaftlich, wissenschaftlich und zukunftsorientiert. Das gilt vom Kindergarten bis zur Forschung.
  • Frauenoffensive, denn nur über die hohe Einkommensschere zwischen Mann und Frau zu reden und nichts zu machen, hat jahrelang nichts gebracht. Im Gegenteil: Die Schere wird größer.
Von diesen Maßnahmen würde nicht nur das ganze Land profitieren. Diese Schritte hätten europaweite Vorbildwirkung. Und auch Kärnten hätte was davon…