Warum eine FPÖ-Stimme mehr Migration bedeutet.

Viele FP-Wähler_innen wählen die Strache-Partei aufgrund eines Themas: Ausländer_innen. Warum dies geschieht ist tagtäglich in Wien zu erleben: Lebensrealitäten verschiedener Kulturen und sozialer Strukturen stoßen aufeinander. Das Konzept des respektierenden und akzeptierenden Miteinanders weicht immer mehr einem stumpfen Gegeneinander, das die FPÖ ganz bewusst durch hetzerische Parolen schürt. Sie braucht dieses Gegeneinander, denn sonst könnte sie keine Stimmen lukrieren. Das ist ganz einfach.
Was den wenigsten Menschen dabei auffällt: Je mehr Isolation es unter Migrant_innen gibt, je mehr Ghettos sich bilden, je mehr sich Migrant_innen radikalen Strömungen zuwenden und je weniger sie die Sprache des Gastlandes beherrschen, desto erfolgreicher die FPÖ.
Manche Angstmotive, die Wähler_innen zur FPÖ treiben, sind allerdings einen zweiten Blick wert. Islamismus – und damit meine ich nicht den Islam an sich, sondern radikale, fundamentalistische Strömungen, die in der Minderheit sind, aber die es eben gibt und die auch sehr laut sind – machen durchaus Sorgen. Mancher Konflikt, der auf den ersten Blick als interkultureller Konflikt betrachtet werden könnte, ist in Wahrheit ein viel tiefer gehender Konflikt, der unser eigenes europäisches Staatsverständnis berührt: Wollen wir einen aufgeklären freien Staat oder einen Staat, in der radikale Strömungen sich’s richten können.
Auch uns Grüne – und hier will und muss ich auch Grüne Selbstkritik äußern – ist es nicht gelungen, eine Grenze zu ziehen, was eine interkulturelle Bereicherung ist, und was eine Gefahr für unser friedliches Zusammenleben darstellt und nicht akzeptabel ist. Das ist natürlich auch schwierig in so einer aufgeheizten Stimmung, wo auf der einen Seite die medial und auf der Straße mächtige FPÖ hetzt, auf der anderen Seite eine in Agonie verharrende SPÖ immer erzählt, wie toll die Lebensqualität in Wien sei, und all ihre Versäumnisse unter einem roten Teppich kehrt, und so tut, als sei alles in bester Ordnung. Die SPÖ ist ja ach so fleißig und toll, wie sie in den Millionen von der Stadt Wien produzierten Heftchen immer wieder betont… Wir Grüne, die durchaus die eine oder andere differenzierte Position haben oder haben könnten und ohnehin schon lange nicht mehr „Lasst sie alle rein“ fordern, dringen da (noch) nicht durch. Wer dazu übrigens Ideen hat, wie das breitenwirksam kommuniziert werden könnte: Herzlich Willkommen!
Trotzdem bleibt ein Aspekt der aktuellen FP- und Migrationsdebatte völlig unberührt: Was bewirkt ein Wähler und eine Wählerin mit einer FPÖ-Stimme eigentlich. Ein genauerer Blick lohnt sich, denn daraus ergeben sich einige Punkte. Zwei möchte ich besonders hervorheben:

Die FPÖ hat bislang nahezu alle Integrationsmaßnahmen im Wiener Gemeinderat abgelehnt, insbesondere auch die Sprachoffensiven. Das ist insofern relevant, da diese FPÖ einmal „Deutsch statt nix verstehen“ plakatierte. Warum tut sie das also? Weil, wenn weniger Migrant_innen Deutsch sprechen, die FPÖ Stimmen gewinnt. So einfach ist das. Die FPÖ will also gar nicht, dass Migrant_innen Deutsch sprechen. Je weniger integriert Bevölkerungsgruppen sind, je mehr sie sich an den Rand gedrängt fühlen, umso weniger möchte sie sich noch integrieren. Umso mehr besteht die Gefahr auf eine Hinwendung zu Radikalismen, etwa der radikale Islamismus, der ja bekanntlich auch in Europa Fuß fassen konnte.

Die FPÖ will ein isolierteres, nationalstaatliches Österreich und wenig internationale Kooperation, denn die EU ist ohnehin böse. Internationales sowieso. Dabei sind es doch die Motive für Migration, die am meisten beschäftigen sollen! Wieso wandern Menschen aus? Die verlassen ihre Heimat – egal jetzt, aus welchen Gründen – nicht aus Jux und Tollerei. Und hier kommt die Frage der globalen Verteilung von Ressourcen ins Spiel. Diese globale Frage ist aber nur global zu lösen. Wenn sich die USA des Barack Obama und die Europäische Union sich mit wichtigen Staaten einigen könnten, kann diese Welt nachhaltig verändert werden, wozu die Wirtschaftskrise sogar als Chance beitragen könnte. Eine andere Lösung, eine andere Machtverteilung gibt es bis dato nicht auf dieser Welt, das ist Fakt. Also müssen sich diese Staaten auch mit den anderen aufstrebenden und armen Ländern zusammen setzen. Es wird ein teilweise schmerzhafter Prozess, aber ein gerechter, der die Welt nachhaltig ändern würde. Isolationismus jedoch, wird das Gegenteil bewirken: Noch mehr Ungleichheit, noch mehr Ausbeutung armer Staaten, noch mehr Migration. Eine FPÖ-Stimme wird also das Gegenteil bewirken von dem, was die Wähler_innen erhoffen. Zusätzlich sei hier erwähnt, dass das für die anderen zwei großen globalen Herausforderungen – Energie und Klimawandel sowie Wirtschaftskrise – in gleichem Maße zutrifft. Diese drei Themenkreise (Klima, Migration und globale Wirtschaft) haben im übrigen alle auch miteinander zu tun und sind miteinander verwoben. Es ist ein Irrtum zu glauben, dass eine hoher Zaun rund um Österreich und strenge Gesetze hier was ändern würden. Dann könnte man Zuwanderung vielleicht eine kurze Zeit bremsen, aber die Gefahr auf kriegerische Auseinandersetzungen um Ressourcen würde sich radikal steigern.

Es wird Zeit, dass wir allen deutlich machen: Die FPÖ will keine Probleme lösen, sondern sie braucht die Probleme als Rechtfertigung ihres Daseins. Somit kann sie kein Interesse haben, Probleme zu lösen, denn dann wäre der Hauptwahlgrund um die FPÖ zu wählen weg. Und nur darum geht es Strache und Co. Um Prozente, nicht um Lösungen der Probleme dieser Stadt, dieses Landes, dieses Kontinents und dieser Welt.

26 Gedanken zu „Warum eine FPÖ-Stimme mehr Migration bedeutet.“

  1. 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} Zustimmung. Danke. Wie man das der breiten Bevölkerung klar machen kann? Ich fürchte fast, Frau Glawischnig und Vassilakou müssen mal mit Dichand essen gehen. Eine andere Realität dieser Republik, die verzweifelt macht.

  2. 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} Zustimmung. Danke. Wie man das der breiten Bevölkerung klar machen kann? Ich fürchte fast, Frau Glawischnig und Vassilakou müssen mal mit Dichand essen gehen. Eine andere Realität dieser Republik, die verzweifelt macht.

  3. Freut mich, dass es auch langsam bei den Grünen durchsickert, dass es Probleme gibt. Natürlich ist die Grenze zwischen Gut und Böse bei Migranten schwer zu ziehen, aber wenn ihr das so problemlos bei den Inländern schafft, wo liegt dann euer Problem?
    Ihr habt es ja sogar schon geschafft, dass überproportional viele Migranten die FPÖ wählen statt euch 😉

  4. Freut mich, dass es auch langsam bei den Grünen durchsickert, dass es Probleme gibt. Natürlich ist die Grenze zwischen Gut und Böse bei Migranten schwer zu ziehen, aber wenn ihr das so problemlos bei den Inländern schafft, wo liegt dann euer Problem?
    Ihr habt es ja sogar schon geschafft, dass überproportional viele Migranten die FPÖ wählen statt euch 😉

  5. So problemlos bei den Inländern? Naja, wenns so einfach wäre. 😉 Aber im Grunde hast du recht: So wie wir gegen Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus agieren, muss das freilich für alle gelten. So hast du's gemeint, oder?

  6. So problemlos bei den Inländern? Naja, wenns so einfach wäre. 😉 Aber im Grunde hast du recht: So wie wir gegen Homophobie, Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus agieren, muss das freilich für alle gelten. So hast du's gemeint, oder?

  7. Teil 1:

    Hallo Marco!

    Zuallererst möchte ich mich bei dir ausdrücklich für diesen Beitrag bedanken. Als sich das letzte Mal ein Grüner Funktionär (Efgani Dönmez) differenziert zu dieser Thematik zu Wort meldete, wurde er schnell ins parteiinterne Out gestellt.

    Ich stimme dir über weite Strecken zu, habe jedoch einige Anmerkungen die sich vor allem auf persönliche Erfahrungen stützen, also sehr subjektiv sind. Ich entschuldige mich schon jetzt, wenn meine Gedanken sehr unstrukturiert scheinen, aber in mir "wurrlt" es gerade ganz gewaltig.

    Konkret: Ich denke nicht, dass es ausschließlich die Isolation durch die autochthone Bevölkerung ist, die Migranten – und hier besonders jene türkischer Herkunft – in die Parallelgesellschaften treibt. In Wien ist es in manchen Bezirken heute möglich, 10 Jahre lang zu leben, ohne auch nur ein einziges Wort mit einem Österreicher gesprochen zu haben. In Wien Favoriten gibt es beispielsweise ganze Straßenzüge, in denen sich kein einziges österreichisches Geschäft mehr befindet. Hier steht der türkische Friseur, neben dem türkischen Gasthaus, dem türkischen Bäcker, der türkischen Kebap-Bude, dem türkischen Handyshop, dem türkischen Supermarkt, dem türkisch geführten Wettcafe und dem türkischen Vereinslokal samt türkischer Hinterhofmoschee. In den Parks dominieren türkische Jungmachos. In den Volksschulen und Hauptschulen des Bezirks wird mehrheitlich türkisch gesprochen. In den Spitälern und Amtshäusern sind Formulare neben deutsch mittlerweile auch in türkisch verfasst. Was ich sagen will: Es ist also gar nicht notwendig, die Sprache unseres Landes zu lernen, oder sich zu integrieren, es lässt sich auch so ganz gut hier leben. Deutsch ist eine schwere Sprache, warum sich also diese Mühsal antun, wenn der Zugang zu allen Sozialleistungen, zu Wohnraum, Bürgerrechten, etc. auch ohne möglich ist? Die SPÖ hat in der Hoffnung auf neue Wählerschichten, meiner Meinung nach, hier auf ganzer Linie versagt. Es verwundert mich deshalb nicht, wenn ihr gerade in den Arbeiterbezirken mit hohem Migrantenanteil die eigenen Leute bei Wahlen scharenweise davon laufen.

    Als ich meinen – kurdisch/türkischen – Schwager, ein super lieber Typ und bestens integriert übrigens, zur feierlichen Verleihung der Staatsbürgerschaft ins Wiener Rathaus begleitet habe, war ich einigermaßen erstaunt, als der türkischstämmige Mann neben mir, der ebenfalls die Staatsbürgerschaft verliehen bekam, nicht einmal fähig war, die einfachen Sätze der Vereidigung, die ihm vorgelesen wurden (!!!) nachzusprechen. Egal, er bekam das wertvolle Papier trotzdem.

    Du weißt, ich habe mich auch lange Zeit für politische Gefangene in der Türkei eingesetzt, ich wurde für dieses Engagement in der Türkei sogar verhaftet. Ich habe aus dieser Zeit immer noch Freunde aus der Türkei, Kurdistan und dem Iran. In deren Vereinen – in Wien! – musste ich dann feierlich versprechen, über meine Homosexualität zu schweigen, denn das würden "unsere Völker nicht verstehen". Meine Hilfe war also gern willkommen, meine Identität nicht. Mich hat das damals sehr getroffen.

    Bei der Zusammenarbeit mit iranischen Flüchtlingen habe ich übrigens auch das erste Mal ein Video einer Steinigung im Iran zu sehen bekommen. Für mich war deren absolute Ablehnung des Islamismus nicht ganz verständlich, und ich konnte es nicht nachvollziehen, wenn sie auf den Anblick von verhüllten Frauen und Männern mit Bärten allergisch reagierten. Heute kann ich mich mehr in sie hineinversetzen, weil ich mich in der Zwischenzeit mit dem Islam, seinen Lehren und Rechtsquellen auseinandergesetzt habe, und meine ideologische Multikulti-Brille abgenommen habe.

  8. Teil 1:

    Hallo Marco!

    Zuallererst möchte ich mich bei dir ausdrücklich für diesen Beitrag bedanken. Als sich das letzte Mal ein Grüner Funktionär (Efgani Dönmez) differenziert zu dieser Thematik zu Wort meldete, wurde er schnell ins parteiinterne Out gestellt.

    Ich stimme dir über weite Strecken zu, habe jedoch einige Anmerkungen die sich vor allem auf persönliche Erfahrungen stützen, also sehr subjektiv sind. Ich entschuldige mich schon jetzt, wenn meine Gedanken sehr unstrukturiert scheinen, aber in mir "wurrlt" es gerade ganz gewaltig.

    Konkret: Ich denke nicht, dass es ausschließlich die Isolation durch die autochthone Bevölkerung ist, die Migranten – und hier besonders jene türkischer Herkunft – in die Parallelgesellschaften treibt. In Wien ist es in manchen Bezirken heute möglich, 10 Jahre lang zu leben, ohne auch nur ein einziges Wort mit einem Österreicher gesprochen zu haben. In Wien Favoriten gibt es beispielsweise ganze Straßenzüge, in denen sich kein einziges österreichisches Geschäft mehr befindet. Hier steht der türkische Friseur, neben dem türkischen Gasthaus, dem türkischen Bäcker, der türkischen Kebap-Bude, dem türkischen Handyshop, dem türkischen Supermarkt, dem türkisch geführten Wettcafe und dem türkischen Vereinslokal samt türkischer Hinterhofmoschee. In den Parks dominieren türkische Jungmachos. In den Volksschulen und Hauptschulen des Bezirks wird mehrheitlich türkisch gesprochen. In den Spitälern und Amtshäusern sind Formulare neben deutsch mittlerweile auch in türkisch verfasst. Was ich sagen will: Es ist also gar nicht notwendig, die Sprache unseres Landes zu lernen, oder sich zu integrieren, es lässt sich auch so ganz gut hier leben. Deutsch ist eine schwere Sprache, warum sich also diese Mühsal antun, wenn der Zugang zu allen Sozialleistungen, zu Wohnraum, Bürgerrechten, etc. auch ohne möglich ist? Die SPÖ hat in der Hoffnung auf neue Wählerschichten, meiner Meinung nach, hier auf ganzer Linie versagt. Es verwundert mich deshalb nicht, wenn ihr gerade in den Arbeiterbezirken mit hohem Migrantenanteil die eigenen Leute bei Wahlen scharenweise davon laufen.

    Als ich meinen – kurdisch/türkischen – Schwager, ein super lieber Typ und bestens integriert übrigens, zur feierlichen Verleihung der Staatsbürgerschaft ins Wiener Rathaus begleitet habe, war ich einigermaßen erstaunt, als der türkischstämmige Mann neben mir, der ebenfalls die Staatsbürgerschaft verliehen bekam, nicht einmal fähig war, die einfachen Sätze der Vereidigung, die ihm vorgelesen wurden (!!!) nachzusprechen. Egal, er bekam das wertvolle Papier trotzdem.

    Du weißt, ich habe mich auch lange Zeit für politische Gefangene in der Türkei eingesetzt, ich wurde für dieses Engagement in der Türkei sogar verhaftet. Ich habe aus dieser Zeit immer noch Freunde aus der Türkei, Kurdistan und dem Iran. In deren Vereinen – in Wien! – musste ich dann feierlich versprechen, über meine Homosexualität zu schweigen, denn das würden "unsere Völker nicht verstehen". Meine Hilfe war also gern willkommen, meine Identität nicht. Mich hat das damals sehr getroffen.

    Bei der Zusammenarbeit mit iranischen Flüchtlingen habe ich übrigens auch das erste Mal ein Video einer Steinigung im Iran zu sehen bekommen. Für mich war deren absolute Ablehnung des Islamismus nicht ganz verständlich, und ich konnte es nicht nachvollziehen, wenn sie auf den Anblick von verhüllten Frauen und Männern mit Bärten allergisch reagierten. Heute kann ich mich mehr in sie hineinversetzen, weil ich mich in der Zwischenzeit mit dem Islam, seinen Lehren und Rechtsquellen auseinandergesetzt habe, und meine ideologische Multikulti-Brille abgenommen habe.

  9. Teil 2:

    Heute fällt mir deshalb auch auf, dass hier in Wien die islamischen Kopftücher immer mehr der islamistischen, nein korrekterweise müsste es heißen islamofaschistischen Variante weichen – jener, die das gesamte Haar, den Hals und die Schultern verdeckt. Die Stadt Wien fördert diesen Trend und das patriarchale Verständnis, das dahinter steckt auch noch, in dem sie verschleierte Frauen den Eintritt in den öffentlichen Dienst gewährt. In Wien gibt es heute auch mehrere islamistische Kindergärten, in denen bereits die Kleinsten den Koran eingetrichtert bekommen, ganz so, als wären wir in Pakistan! Kurzum: in Wien lässt es sich als Moslem-Extremist ausgezeichnet ganz offen und ungeniert leben!

    Ich denke mir, dass all das, und die Weigerung der Linken, die Probleme anzusprechen, zur Stärkung der Rechten beiträgt. Die Menschen fühlen sich zurecht allein gelassen und verarscht, wenn sie tagtäglich damit konfrontiert sind, dass die Integration nur in Ausnahmefällen klappt, aber sie eins mit der Nazikeule drübergezogen bekommen, wenn sie das ansprechen.

    Und dann wundert man sich, wenn einer kommt, und damit Erfolg hat, wenn er vorgibt, die Probleme ernst zu nehmen? Nein, das tut er nicht, da hast du vollkommen recht, aber er gibt den Menschen das Gefühl, das zu tun! Und das zieht, wie man an den Wahlergebnissen sieht.

    Umso erfreulicher ist es, dass mit deiner Person nun auch ein hoher Grüner Funktionär anerkennt, dass es so nicht weitergehen kann. Viel zu lange habt ihr in der Öffentlichkeit ein anderes Bild erzeugt. Mir ist auch bewusst, dass du parteiintern deswegen in die Kritik kommen wirst, ich denke aber, dass es nur gut tun kann, die Realität nicht länger zu ignorieren. Mittelfristig wird euch das helfen, weil ihr dadurch wieder glaubwürdiger werdet.

    Gender Mainstreaming, Diversity Management, Emanzipation, Gleichstellung von Homosexuellen, Demokratie, Menschenrechte und Partizipation auf der einen Seite und Patriachat und Moralvorstellungen aus der Wüste des 7. Jahrhunderts, das geht einfach nicht zusammen!

    Einen lieben Gruß aus einem Gemeindebau in Wien Leopoldstadt!

    P.S.: Ich wurde zweimal in meinem Leben wegen meiner Homosexualität attackiert. In den 1990er Jahren von rechten Skinheads, vor ein paar Jahren von türkischen Jungmachos. In den 90ern wäre jedoch niemand auf die Idee gekommen, von mir Verständnis für das aggressive, homophobe Pack einzufordern.

  10. Teil 2:

    Heute fällt mir deshalb auch auf, dass hier in Wien die islamischen Kopftücher immer mehr der islamistischen, nein korrekterweise müsste es heißen islamofaschistischen Variante weichen – jener, die das gesamte Haar, den Hals und die Schultern verdeckt. Die Stadt Wien fördert diesen Trend und das patriarchale Verständnis, das dahinter steckt auch noch, in dem sie verschleierte Frauen den Eintritt in den öffentlichen Dienst gewährt. In Wien gibt es heute auch mehrere islamistische Kindergärten, in denen bereits die Kleinsten den Koran eingetrichtert bekommen, ganz so, als wären wir in Pakistan! Kurzum: in Wien lässt es sich als Moslem-Extremist ausgezeichnet ganz offen und ungeniert leben!

    Ich denke mir, dass all das, und die Weigerung der Linken, die Probleme anzusprechen, zur Stärkung der Rechten beiträgt. Die Menschen fühlen sich zurecht allein gelassen und verarscht, wenn sie tagtäglich damit konfrontiert sind, dass die Integration nur in Ausnahmefällen klappt, aber sie eins mit der Nazikeule drübergezogen bekommen, wenn sie das ansprechen.

    Und dann wundert man sich, wenn einer kommt, und damit Erfolg hat, wenn er vorgibt, die Probleme ernst zu nehmen? Nein, das tut er nicht, da hast du vollkommen recht, aber er gibt den Menschen das Gefühl, das zu tun! Und das zieht, wie man an den Wahlergebnissen sieht.

    Umso erfreulicher ist es, dass mit deiner Person nun auch ein hoher Grüner Funktionär anerkennt, dass es so nicht weitergehen kann. Viel zu lange habt ihr in der Öffentlichkeit ein anderes Bild erzeugt. Mir ist auch bewusst, dass du parteiintern deswegen in die Kritik kommen wirst, ich denke aber, dass es nur gut tun kann, die Realität nicht länger zu ignorieren. Mittelfristig wird euch das helfen, weil ihr dadurch wieder glaubwürdiger werdet.

    Gender Mainstreaming, Diversity Management, Emanzipation, Gleichstellung von Homosexuellen, Demokratie, Menschenrechte und Partizipation auf der einen Seite und Patriachat und Moralvorstellungen aus der Wüste des 7. Jahrhunderts, das geht einfach nicht zusammen!

    Einen lieben Gruß aus einem Gemeindebau in Wien Leopoldstadt!

    P.S.: Ich wurde zweimal in meinem Leben wegen meiner Homosexualität attackiert. In den 1990er Jahren von rechten Skinheads, vor ein paar Jahren von türkischen Jungmachos. In den 90ern wäre jedoch niemand auf die Idee gekommen, von mir Verständnis für das aggressive, homophobe Pack einzufordern.

  11. Hallo Marco!

    Toller Artikel! Was zu kommunizieren wäre, ist, was unsere europäische kulturelle Identität ist. Denn "wir" haben ja kein Problem, wenn Franzosen, Italiener, Engländer oder Deutsche zuwandern. Schwierig wird's, wenn Menschen aus anderen nichtchristlichen Kulturkreisen einwandern.

    Erst wenn wir unsere Identität kennen, können wir anderen mitteilen, was wir von Ihnen verlangen. Uns zu definieren ist aber auch deswegen so schwer, weil sich diese Identität in den letzten 60 Jahren so massiv geändert hat:

    Emanzipation von Frauen, Kindern, Behinderten, Homosexuellen; die zunehmende Irrelevanz religiöser Praxis; die sich auflösende klassische Vorstellung von Familie, usw.

    Ãœberall da ecken wir aber massiv gerade bei den Moslems an. Und die Gesellschaft tut sich schwer hier Forderungen aufzustellen, weil es nicht einmal bei "uns" eine echten Konsens darüber gibt, was wir wollen.

    Weil wir uns aber unserer eigenen Identität so unsicher sind, macht uns die Infragestellung durch die "anderen" so große Angst.

    Wie wir Grünen das kommunizieren können? Wir müssen für unser Menschen- und Gesellschaftbild werben und das von *allen* einfordern. Das macht glaubwürdig und klar.

    Ich zB hab bei Moslems oft ein mulmiges Gefühl, wenn sie mir frauenunterdrückend, rassistisch (!), religiös intolerant, homophob und ignorant erscheinen. Aber das können viele von den "unsrigen" mindestens so gut. Bei der Diskussion um die Kommentare von Efgani Dönmez ist aber bei vielen der Eindruck entstanden, dass wir da mit zweierlei Mass messen.

    Insofern ist es weder verwunderlich noch die Schuld der Grünen, wenn Migranten FPÖ wählen.

    Wenn aber die Botschaft "Vorwärts grün!" und ein Bild sind, das nicht einmal Intellektuelle auf Anhieb verstehen, dann ist das zu wenig und die Niederlage verdient. Wenn ich Margulies und Glawischnig richtig verstanden habe, aber nicht heilsam.

    Chorherr schreibt mir hingegen aus der Seele, scheint aber unter dem Verdacht der vorwählenden Konterrevolution zu stehen!?

  12. Hallo Marco!

    Toller Artikel! Was zu kommunizieren wäre, ist, was unsere europäische kulturelle Identität ist. Denn "wir" haben ja kein Problem, wenn Franzosen, Italiener, Engländer oder Deutsche zuwandern. Schwierig wird's, wenn Menschen aus anderen nichtchristlichen Kulturkreisen einwandern.

    Erst wenn wir unsere Identität kennen, können wir anderen mitteilen, was wir von Ihnen verlangen. Uns zu definieren ist aber auch deswegen so schwer, weil sich diese Identität in den letzten 60 Jahren so massiv geändert hat:

    Emanzipation von Frauen, Kindern, Behinderten, Homosexuellen; die zunehmende Irrelevanz religiöser Praxis; die sich auflösende klassische Vorstellung von Familie, usw.

    Überall da ecken wir aber massiv gerade bei den Moslems an. Und die Gesellschaft tut sich schwer hier Forderungen aufzustellen, weil es nicht einmal bei "uns" eine echten Konsens darüber gibt, was wir wollen.

    Weil wir uns aber unserer eigenen Identität so unsicher sind, macht uns die Infragestellung durch die "anderen" so große Angst.

    Wie wir Grünen das kommunizieren können? Wir müssen für unser Menschen- und Gesellschaftbild werben und das von *allen* einfordern. Das macht glaubwürdig und klar.

    Ich zB hab bei Moslems oft ein mulmiges Gefühl, wenn sie mir frauenunterdrückend, rassistisch (!), religiös intolerant, homophob und ignorant erscheinen. Aber das können viele von den "unsrigen" mindestens so gut. Bei der Diskussion um die Kommentare von Efgani Dönmez ist aber bei vielen der Eindruck entstanden, dass wir da mit zweierlei Mass messen.

    Insofern ist es weder verwunderlich noch die Schuld der Grünen, wenn Migranten FPÖ wählen.

    Wenn aber die Botschaft "Vorwärts grün!" und ein Bild sind, das nicht einmal Intellektuelle auf Anhieb verstehen, dann ist das zu wenig und die Niederlage verdient. Wenn ich Margulies und Glawischnig richtig verstanden habe, aber nicht heilsam.

    Chorherr schreibt mir hingegen aus der Seele, scheint aber unter dem Verdacht der vorwählenden Konterrevolution zu stehen!?

  13. Lieber Zwischenrufer!

    Danke für deinen berührenden und langen Kommentar, ja fast schon eigener Blogbeitrag! 🙂

    Einen kleinen Unterschied zu Efgani Dönmez möchte ich doch hier festhalten: Ich bin nicht gegen Grundprinzipien der Genfer Konvention, sprich: Ich bin für Aufenthalt bis Entscheidung, da sonst berechtigte und unberechtigte Ansprüche nicht klar ausjudiziert werden könnten.

    Aber Integrationspolitik offensiver und unromantischer darstellen und – in Wahrheit – gestalten: Ja, absolut! Da bin ich bei dir.

    Zudem meine ich Migration muss – ähnlich wie Klimaschutz und Wirtschaft – global angegangen werden. Anders lässt sichs meiner Meinung nach nicht lösen. Deshalb braucht es jetzt die EU (auch) notwendiger denn je.

    Liebe Grüße,
    Marco

  14. Lieber Zwischenrufer!

    Danke für deinen berührenden und langen Kommentar, ja fast schon eigener Blogbeitrag! 🙂

    Einen kleinen Unterschied zu Efgani Dönmez möchte ich doch hier festhalten: Ich bin nicht gegen Grundprinzipien der Genfer Konvention, sprich: Ich bin für Aufenthalt bis Entscheidung, da sonst berechtigte und unberechtigte Ansprüche nicht klar ausjudiziert werden könnten.

    Aber Integrationspolitik offensiver und unromantischer darstellen und – in Wahrheit – gestalten: Ja, absolut! Da bin ich bei dir.

    Zudem meine ich Migration muss – ähnlich wie Klimaschutz und Wirtschaft – global angegangen werden. Anders lässt sichs meiner Meinung nach nicht lösen. Deshalb braucht es jetzt die EU (auch) notwendiger denn je.

    Liebe Grüße,
    Marco

  15. lieber marco!

    vielleicht bei anderer gelegenheit mal ausführlicher. aber ich denke, dass in deiner analyse eine entscheidenen ungenauigkeit ist:

    "ausländer" sind nicht die die ursache sondern nur das motiv. ursache für das motiv ist, dass die leute im weitesten sinne unglücklich sind. ausländerInnen sind lediglich eine projektionsfläche an der unzufriedenheit festgemacht wird. das objekt des rassismus ist auswechselbar. es könnten genauso juden, schwule, politikerInennen etc sein. die leute sind unglücklich und überfordert mit pluralität. sie wünschen sich erleichterung durch eine homogene gesellschaft ohne widersprüche ohne anstrenungung, von der ihnen die fpö vorgaukelt, dass sie möglich sei.

    wichtig ist die unterscheidung zwischen motiv und grund deshalb, weil man dann erkennt, dass die schwierigkeiten im umgang mit pluralität weder mit antrassismus noch mit einer harten ausländerInnenpolitik gelöst werden kann. man kann zwar mit antirassismus rassismus begrenzen und mit kritik an paternalismus paternalismus bekämpfen. ABER: man kann nicht mit ausländerpolitik ausländerfeindlichkeit bekämpfen. ausländerfeinde werden sich nicht besser fühlen, nur weil ihr zugebt, dass es unter türken antidemokraten gibt. nein – sie werden nach erhöhung der dosis rufen und noch mehr härte gegen ausländerInnen einfordern. besser gehts ihnen dann, wenn ihr eigenes leben besser wird, doch da kommen wir vielleicht schon an die grundfesten des kapitalismus.

    wichtig für die grünen scheint mir: es ist trotzdem gut "die probleme" wahrzunehmen und anzusprechen. allerdings solltet ihr darauf achten, welche unausgesprochenen annahmen ihr bestätigt und verstärkt, wenn probleme benannt werden. ihr müsst vermeiden, beim benennen der probleme das ethnische deutungsmuster zu verstärken – stattdessen immer mitkommunizieren, dass es sich um soziale, sprich politisch gestaltbare fragen handelt.

    derzeit ist die dominante welterklärung eine ethnische. selbst du sprichst von lebensrealtitäten verschiedener kulturen. in diesem konzept fällt aber raus, dass werte, einstellungen und verhalten von rahmenbedingungen abhängen. es gibt etwa einen direkten zusammenhang zwischen wohlstand und postmateriellen werten also etwa "gutem leben" und ereitschaft zur solidarität.

    man kann machismus auch kulturell erklären. die frage ist allerdings was es nützt. denn eine kulturelle deutung führt politisch nirgendwo hin, weil es die gestaltungsmöglichkeiten ausblendet. wenn jemand einfach so ist, dann hilft nur rausschmeissen. fasst man machismus hingegen als soziale frage, wird das problem politisch gestaltbar. da müssen wir hinkommen!

  16. lieber marco!

    vielleicht bei anderer gelegenheit mal ausführlicher. aber ich denke, dass in deiner analyse eine entscheidenen ungenauigkeit ist:

    "ausländer" sind nicht die die ursache sondern nur das motiv. ursache für das motiv ist, dass die leute im weitesten sinne unglücklich sind. ausländerInnen sind lediglich eine projektionsfläche an der unzufriedenheit festgemacht wird. das objekt des rassismus ist auswechselbar. es könnten genauso juden, schwule, politikerInennen etc sein. die leute sind unglücklich und überfordert mit pluralität. sie wünschen sich erleichterung durch eine homogene gesellschaft ohne widersprüche ohne anstrenungung, von der ihnen die fpö vorgaukelt, dass sie möglich sei.

    wichtig ist die unterscheidung zwischen motiv und grund deshalb, weil man dann erkennt, dass die schwierigkeiten im umgang mit pluralität weder mit antrassismus noch mit einer harten ausländerInnenpolitik gelöst werden kann. man kann zwar mit antirassismus rassismus begrenzen und mit kritik an paternalismus paternalismus bekämpfen. ABER: man kann nicht mit ausländerpolitik ausländerfeindlichkeit bekämpfen. ausländerfeinde werden sich nicht besser fühlen, nur weil ihr zugebt, dass es unter türken antidemokraten gibt. nein – sie werden nach erhöhung der dosis rufen und noch mehr härte gegen ausländerInnen einfordern. besser gehts ihnen dann, wenn ihr eigenes leben besser wird, doch da kommen wir vielleicht schon an die grundfesten des kapitalismus.

    wichtig für die grünen scheint mir: es ist trotzdem gut "die probleme" wahrzunehmen und anzusprechen. allerdings solltet ihr darauf achten, welche unausgesprochenen annahmen ihr bestätigt und verstärkt, wenn probleme benannt werden. ihr müsst vermeiden, beim benennen der probleme das ethnische deutungsmuster zu verstärken – stattdessen immer mitkommunizieren, dass es sich um soziale, sprich politisch gestaltbare fragen handelt.

    derzeit ist die dominante welterklärung eine ethnische. selbst du sprichst von lebensrealtitäten verschiedener kulturen. in diesem konzept fällt aber raus, dass werte, einstellungen und verhalten von rahmenbedingungen abhängen. es gibt etwa einen direkten zusammenhang zwischen wohlstand und postmateriellen werten also etwa "gutem leben" und ereitschaft zur solidarität.

    man kann machismus auch kulturell erklären. die frage ist allerdings was es nützt. denn eine kulturelle deutung führt politisch nirgendwo hin, weil es die gestaltungsmöglichkeiten ausblendet. wenn jemand einfach so ist, dann hilft nur rausschmeissen. fasst man machismus hingegen als soziale frage, wird das problem politisch gestaltbar. da müssen wir hinkommen!

  17. Wenn mich Erik schon ausdrücklich danach fragt, kann ich meine Meinung auch gleich hier kundtun: Ja, guter Artikel. Aber aus der Kategorie "Worüber ich mir den Kopf zerbrechen könnte, wenn ich mal alles erreicht hab."

    Die FP ist nicht erfolgreich, weil sie taugliche Antworten hat. Die FP ist erfolgreich, weil sie zuhört. Weil sie die Probleme anspricht.

    Nicht bös sein: Zu sagen "wir Grüne dringen da (noch) nicht durch" ist ein Witz. Womit durchdringen? Mit "Uns Grünen ist es nicht gelungen, eine Grenze zu ziehen"? Na dann wünscht Euch, daß Ihr damit weiterhin nicht durchdringt.

    Den Menschen ist ziemlich wurscht, ob die hier vorgebrachten Argumente contra FPÖ stimmen. Es wird auch egal sein, in welcher Weise man sie formuliert/kommuniziert.

    Alles, was zählt:
    Herr Huber hat ein Problem mit türkischen Jugendlichen, die den Beserlpark gegenüber besetzt halten und bis in die späte Nacht so laut sind, daß er nicht mehr bei offenem Fenster schlafen kann. Sein Sohn ist einer von nur zwei Schülern mit deutscher Muttersprache in seiner Klasse. Seit das letzte Beisl in seiner Umgebung zugemacht hat und durch ein türkisches Lokal ersetzt wurde, fehlt ihm ein Stück gewohnter Lebensqualität.

    Die Roten sagen ihm: "Es ist eh alles OK."

    Die Grünen sagen ihm: "Sei froh drüber, das ist alles kulturelle Bereicherung!"

    Die Schwarzen sagen, wie immer, gar nix.

    Die Blauen sagen: "Die Gfrasta müssen raus, wart, dafür sorgen wir schon irgendwie!"

    Ob sich Herr Huber dafür interessiert, ob die Methoden der Blauen tauglich sind? Himmelherrschaft! Die sind die einzigen, die ihm überhaupt zuhören! Der ist so froh drüber, der wählt die FPÖ selbst wenn er weiß, daß die die falschen Methoden anwenden. – Wen soll er denn sonst wählen? Soll er Leuten, die ihm nichtmal zuhören, die Lösung seiner Probleme zutrauen? Wohl kaum.

    Also:
    Schritt 1: Probleme wahrnehmen und anprechen.
    Schritt 2: Lösungen finden.
    Schritt 3: Wählern erklären, warum die eigenen Lösungen besser sind als die der anderen.

    Die Grünen stehen derzeit vor Schritt 1, dieser Blog-Eintrag ist irgendwo bei Schritt drei. Also zurück zum Start.

  18. Wenn mich Erik schon ausdrücklich danach fragt, kann ich meine Meinung auch gleich hier kundtun: Ja, guter Artikel. Aber aus der Kategorie "Worüber ich mir den Kopf zerbrechen könnte, wenn ich mal alles erreicht hab."

    Die FP ist nicht erfolgreich, weil sie taugliche Antworten hat. Die FP ist erfolgreich, weil sie zuhört. Weil sie die Probleme anspricht.

    Nicht bös sein: Zu sagen "wir Grüne dringen da (noch) nicht durch" ist ein Witz. Womit durchdringen? Mit "Uns Grünen ist es nicht gelungen, eine Grenze zu ziehen"? Na dann wünscht Euch, daß Ihr damit weiterhin nicht durchdringt.

    Den Menschen ist ziemlich wurscht, ob die hier vorgebrachten Argumente contra FPÖ stimmen. Es wird auch egal sein, in welcher Weise man sie formuliert/kommuniziert.

    Alles, was zählt:
    Herr Huber hat ein Problem mit türkischen Jugendlichen, die den Beserlpark gegenüber besetzt halten und bis in die späte Nacht so laut sind, daß er nicht mehr bei offenem Fenster schlafen kann. Sein Sohn ist einer von nur zwei Schülern mit deutscher Muttersprache in seiner Klasse. Seit das letzte Beisl in seiner Umgebung zugemacht hat und durch ein türkisches Lokal ersetzt wurde, fehlt ihm ein Stück gewohnter Lebensqualität.

    Die Roten sagen ihm: "Es ist eh alles OK."

    Die Grünen sagen ihm: "Sei froh drüber, das ist alles kulturelle Bereicherung!"

    Die Schwarzen sagen, wie immer, gar nix.

    Die Blauen sagen: "Die Gfrasta müssen raus, wart, dafür sorgen wir schon irgendwie!"

    Ob sich Herr Huber dafür interessiert, ob die Methoden der Blauen tauglich sind? Himmelherrschaft! Die sind die einzigen, die ihm überhaupt zuhören! Der ist so froh drüber, der wählt die FPÖ selbst wenn er weiß, daß die die falschen Methoden anwenden. – Wen soll er denn sonst wählen? Soll er Leuten, die ihm nichtmal zuhören, die Lösung seiner Probleme zutrauen? Wohl kaum.

    Also:
    Schritt 1: Probleme wahrnehmen und anprechen.
    Schritt 2: Lösungen finden.
    Schritt 3: Wählern erklären, warum die eigenen Lösungen besser sind als die der anderen.

    Die Grünen stehen derzeit vor Schritt 1, dieser Blog-Eintrag ist irgendwo bei Schritt drei. Also zurück zum Start.

  19. die grünen haben ein einsehen… schön. jetzt bleibt die rettung der nation vor dem fortschreitenden rechtsruck nicht mehr allein an der 'liste dichand' hängen (dieser umstand stimmte ja nicht sehr zuversichtlich).

  20. die grünen haben ein einsehen… schön. jetzt bleibt die rettung der nation vor dem fortschreitenden rechtsruck nicht mehr allein an der 'liste dichand' hängen (dieser umstand stimmte ja nicht sehr zuversichtlich).

  21. Ich bedanke mich jetzt einmal pauschal bei den vielen Kommentierer_innen. Ich denke es geht ja vor allem darum, eine Diskussion auszulösen. Ich glaube Philipp Sonderegger hat schon recht, wenn er meint, dass Wut wohin geleitet wird, die eigentlich eine ganz andere Ursache hat. Aber trotzdem glaube ich, das wir genauer sein müssen. Warum soll ich gegen rechte Rabauken aus Österreich sein, aber bei anderen nicht?

    Ich nehme da vieles mit und ich habe gestern im Grünen Klub auch schon interessante Gespräche über diesen Artikel und den Kommentaren geführt.

    Ich erinnere mich auch an einen Spruch, den mir eine Freundin mal auf Facebook gestellt hat: Menschen, die ohne Argument für etwas sind, kannst du mit Argumenten nicht gewinnen.

    Ich fänd's trotzdem mal der Mühe wert.

  22. Ich bedanke mich jetzt einmal pauschal bei den vielen Kommentierer_innen. Ich denke es geht ja vor allem darum, eine Diskussion auszulösen. Ich glaube Philipp Sonderegger hat schon recht, wenn er meint, dass Wut wohin geleitet wird, die eigentlich eine ganz andere Ursache hat. Aber trotzdem glaube ich, das wir genauer sein müssen. Warum soll ich gegen rechte Rabauken aus Österreich sein, aber bei anderen nicht?

    Ich nehme da vieles mit und ich habe gestern im Grünen Klub auch schon interessante Gespräche über diesen Artikel und den Kommentaren geführt.

    Ich erinnere mich auch an einen Spruch, den mir eine Freundin mal auf Facebook gestellt hat: Menschen, die ohne Argument für etwas sind, kannst du mit Argumenten nicht gewinnen.

    Ich fänd's trotzdem mal der Mühe wert.

  23. Zuerst mal möchte ich festhalten, dass es sehr wichtig ist reale Probleme ernst zu nehmen und sich derer in ihrem Ausmaß bewusst zu werden. Leider schienen das heute kaum noch irgendwelche Politiker zu schaffen. Wenn man Probleme aber nicht sieht, oder sehen will, so werden sie mehr und wachsen uns bald über den Kopf.
    Probleme zu sehen und anzusprechen muss OHNE IRGENDEINE IDEOLOGIE möglich sein. Wenn ich sage, ich habe regelmäßig Schwierigkeiten mit "Ausländern", so darf ich nicht als rechts bezeichnet werden. Denn dann habe ich das Gefühl nicht ernst genommen zu werden und dass meie Anliegen weniger zählen, als die der Zuwanderer, denn gegen diese darf man ja gar nichts sagen…

    Ich bin eine junge Frau, die eigentlich gerne in Wien lebt. Nur werde ich leider fast wöchentlich, um jede
    Tages- und Nachtszeit, von "Ausländern" belästigt und bedroht. Denn es ist ja ganz normal, als Gruppe auf eine Frau loszugehen, die alleine unterwegs ist. Es ist auch normal von weniger agressiven, weil allein auftreteten, Auländern, am Tag mehrere Gassen lang verfolgt zu werden, weil ein NEIN nicht akzeptiert wird.
    Ich fühle mich in Wien als Frau nicht mehr sicher. Ich habe Angst. Ausländische Männergruppen oder auch einzelne Männer, die mich verfolgen und belästigen, ganz offensichtlich nur!, weil ich eine Frau bin, beschränken nicht nur meine Lebensqualität (ja, ich habe Angst!), sondern lassen mich als Frau die Frage stellen: Was ist mit der Emanzipation? Was ist mit Frauenrechten? Was ist mit: Frauen sind so viel wert wie Männer? Sehr viele unserer lieben Zuwanderer sehen das nämlich nicht so! Ich habe zwar gelernt, dass ich mich bilden kann und jeden Beruf ergreifen, den ich will, weil ich als Frau genausoviel leisten kann, wie ein Mann und mir die gleichem Möglichkeiten zustehen, aber ich muss Angst haben, wenn ich vor die Türe gehe, weil ich eine Frau bin. Was soll das? Ist das der Preis für die Multikultigesellschaft? Ist das eine Bereicherung? Die Würde der Frau wird geopfert- klingt polemisch, ist aber ein reales Problem. Ich bin sehr schockiert darüber, dass dieses Problem offensichtlich nicht ernst genommen wird.

    PS:Ich bin 22 Jahre alt und hatte erst einen einzigen Zwischenfall mit einem Inländer, aber seit meinem 12 Lebensjahr regelmäßig solche Probleme mit ausländischen Männern (bezieht sich nicht auf sog. Jugendgruppen!Diese allein sind nicht das Problem.)

  24. Zuerst mal möchte ich festhalten, dass es sehr wichtig ist reale Probleme ernst zu nehmen und sich derer in ihrem Ausmaß bewusst zu werden. Leider schienen das heute kaum noch irgendwelche Politiker zu schaffen. Wenn man Probleme aber nicht sieht, oder sehen will, so werden sie mehr und wachsen uns bald über den Kopf.
    Probleme zu sehen und anzusprechen muss OHNE IRGENDEINE IDEOLOGIE möglich sein. Wenn ich sage, ich habe regelmäßig Schwierigkeiten mit "Ausländern", so darf ich nicht als rechts bezeichnet werden. Denn dann habe ich das Gefühl nicht ernst genommen zu werden und dass meie Anliegen weniger zählen, als die der Zuwanderer, denn gegen diese darf man ja gar nichts sagen…

    Ich bin eine junge Frau, die eigentlich gerne in Wien lebt. Nur werde ich leider fast wöchentlich, um jede
    Tages- und Nachtszeit, von "Ausländern" belästigt und bedroht. Denn es ist ja ganz normal, als Gruppe auf eine Frau loszugehen, die alleine unterwegs ist. Es ist auch normal von weniger agressiven, weil allein auftreteten, Auländern, am Tag mehrere Gassen lang verfolgt zu werden, weil ein NEIN nicht akzeptiert wird.
    Ich fühle mich in Wien als Frau nicht mehr sicher. Ich habe Angst. Ausländische Männergruppen oder auch einzelne Männer, die mich verfolgen und belästigen, ganz offensichtlich nur!, weil ich eine Frau bin, beschränken nicht nur meine Lebensqualität (ja, ich habe Angst!), sondern lassen mich als Frau die Frage stellen: Was ist mit der Emanzipation? Was ist mit Frauenrechten? Was ist mit: Frauen sind so viel wert wie Männer? Sehr viele unserer lieben Zuwanderer sehen das nämlich nicht so! Ich habe zwar gelernt, dass ich mich bilden kann und jeden Beruf ergreifen, den ich will, weil ich als Frau genausoviel leisten kann, wie ein Mann und mir die gleichem Möglichkeiten zustehen, aber ich muss Angst haben, wenn ich vor die Türe gehe, weil ich eine Frau bin. Was soll das? Ist das der Preis für die Multikultigesellschaft? Ist das eine Bereicherung? Die Würde der Frau wird geopfert- klingt polemisch, ist aber ein reales Problem. Ich bin sehr schockiert darüber, dass dieses Problem offensichtlich nicht ernst genommen wird.

    PS:Ich bin 22 Jahre alt und hatte erst einen einzigen Zwischenfall mit einem Inländer, aber seit meinem 12 Lebensjahr regelmäßig solche Probleme mit ausländischen Männern (bezieht sich nicht auf sog. Jugendgruppen!Diese allein sind nicht das Problem.)

  25. Schön zu wissen dass es so ein Forum gibt!

    Ich finde auch dass der Beitrag zu 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} veröffentlicht werden muss und zwar dort wo ihn auch die ~17-20{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} FPÖ Wähler/innen es lesen, fragt sich nur ob sie es verstehen würden, sich darüber Gedanken machen würden oder den halben Artikel lesen und dann daherkommen mit Sprüchen wie "Ja jetzt hetzen sie wieder alle gegen die FPÖ auf!"

    Glaubt mir ich kenne da einige die würden das genau so sagen!

    MfG: Ich :]

  26. Schön zu wissen dass es so ein Forum gibt!

    Ich finde auch dass der Beitrag zu 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} veröffentlicht werden muss und zwar dort wo ihn auch die ~17-20{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} FPÖ Wähler/innen es lesen, fragt sich nur ob sie es verstehen würden, sich darüber Gedanken machen würden oder den halben Artikel lesen und dann daherkommen mit Sprüchen wie "Ja jetzt hetzen sie wieder alle gegen die FPÖ auf!"

    Glaubt mir ich kenne da einige die würden das genau so sagen!

    MfG: Ich :]

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