Islam und Politik. Ein Plädoyer für eine Debatte ohne Wahlkampf.

Die FPÖ hat mehr gewonnen, als erwartet wurde. Grund für den Wahlerfolg war auch das Thema, das die FPÖ auf Platz 1 ihres Wahlkampfs gestellt hat: Den Islam (und die Tatsache, dass alle anderen der FPÖ auf den Leim gegangen sind und kein anderes Thema entgegenstellen konnte). Offenbar hat es der FPÖ dabei keineswegs geschadet, mittlerweile nicht mehr allgemein „ausländerfeindlich“ zu sein, sondern mittlerweile in „brave“ und „böse“ Migrant_innen zu unterscheiden. Die „braven“ kommen aus den christlichen Nachbarländern und vom Balkan, die „bösen“ sind muslimische Zuwanderer und Zuwanderinnen. Die FP-Gefolgschaft, die in den 90-ern noch „gegen Ausländer“ votierten, machten eifrig mit und votierten eben jetzt „gegen den Islam“. Erstaunlicherweise gab es innerhalb der FPÖ über diesen Kurswechsel keine (zumindest öffentliche) Diskussion. Gelernt hat die FPÖ dabei von anderen erfolgreichen antiislamischen Parteien, wie Geert Wilders PVV in den Niederlanden. Österreich schwimmt im europäischen Mainstream.Bis 2013 finden in Österreich keine Wahlen mehr statt. Wer nicht will, dass die FPÖ zukünftig noch mehr gewinnt, sollte sich die Sorgen mancher Menschen vielleicht genauer anschauen. Mir ist übrigens schon klar, dass nicht alle (wahrscheinlich nur die wenigsten) FPÖ-Wählerinnen und -Wähler die FPÖ nur aufgrund des Themas Islam wählten. Viele kreuzten sicher auch wieder nur diffus „gegen Ausländer“ die FPÖ an und bekamen den Kurswechsel gar nicht so genau mit (irgendetwas mit „anständigen und unanständigen“ gab’s ja eh immer). Trotzdem glaube ich, dass eine Debatte notwendig wäre.Eine Islamdebatte ist im Wahlkampf allerdings unerträglich. Daher sollten wir die Chance jetzt nützen.Linke DebatteIch glaube, dass eine solche Debatte antirassistisch, antidiskriminierend und demokratisch möglich ist! Ich halte das sogar für dringend notwendig. Es kann nicht sein, dass ein religionskritischer Mensch – also auch ein islamkritischer Mensch – sofort in eine rechte Schublade gesteckt wird. Es kann aber auch nicht sein, dass jemand, der nicht will, dass Kopftuch tragende Frauen diskriminiert werden, in ein relativistische Schublade gesteckt wird, der angeblich Scheuklappen tragen würde. So einfach ist es nämlich nicht. Und daher tut sich die Rechte viel leichter. Denn gegen etwas sein war immer einfacher, als eine differenzierte Debatte zu führen. Aber wie gesagt: 3 Jahre keine Wahlen! Das sollte doch reichen für eine interessante Debatte, die Österreich – mit ein wenig Glück – 2013 ganz woanders stehen lassen könnte.Die politische Linke hat eigentlich viel Erfahrung in Religionskritik. Zwar kommen auch die Freiheitlichen – rein ideologisch – aus einer antiklerikalen Ecke (die mitunter von Ewald ‚wehrhaft christlich‘ Stadler, HC ‚Holzkreuz‘ Strache & Co. konterkariert wurden), aber die Linke war zumeist federführend in religionskritischer Politik – sei es bei den Frauenrechten, den Rechten für Lesben und Schwulen, Fragen rund um Abtreibung, Sexualaufklärung in Schulen, etc. Diesen Kampf gegen religiöse Eiferer – zumeist der römisch-katholischen Kirche – hat die Linke im Laufe des 20. Jahrhunderts sogar für sich entscheiden können. Seit einigen Jahren und Jahrzehnten werden diese Errungenschaften politisch verteidigt. Das macht natürlich auch einen Unterschied aus: War man zuvor Angreifer, ist man nun Verteidiger. Verteidigen ist manchmal schwerer, als anzugreifen. Letzteres sollte man aber nicht nur den Rechten und der Hetze überlassen!DemokratieproblemNun ist der Islam mittlerweile zweitgrößte Religion geworden. Viele Muslime und Musliminnen haben die oben beschriebenen Debatten des 20. Jahrhunderts nicht in dieser Form erlebt, obwohl sie natürlich auch in der Türkei und anderen Ländern vehement geführt werden. Aber: Sie wanderten in ein Österreich ein, das diesen Kampf zwischen Politik und Religion bereits nahezu ausgefochten hatte bzw. unter sich ausmachte. Oder sie interessierten sich schlicht nicht für Debatten die zwischen Kirche und Politik geführt wurden. Das ging sie ja schlussendlich auch nichts an: Sie durften ja nicht wählen, also mitbestimmen, waren demokratisch ausgeschlossen und christlich waren sie auch nicht. Was ging sie also Österreich an? Oder der Papst? Das Land lud sie nicht ein, mitzudiskutieren. Zurecht machen immer mehr Experten und Expertinnen darauf aufmerksam, dass das Hauptdefizit der so genannten Integrationspolitik vielmehr ein demokratiepolitisches Problem ist. Menschen, die nicht teilhaben dürfen, nehmen eben auch nicht teil. Der Profiteur dieser Politik: Die FPÖ, denn die braucht im Grunde nicht-integrierte Zuwanderer und Zuwanderinnen zur Stimmenmaximierung.Was ist der Islam überhaupt?Ich kann diese Frage in einem vermutlich ohnehin zu langen Blogbeitrag leider nicht vertiefen. Trotzdem muss diese Frage zumindest angestreift werden, denn sie ist sehr wichtig. Zum Unterschied zur römisch-katholischen Kirche – die in Österreich nunmal eine Art Richtschnur ist – kennt der Islam keinen Vatikan, keinen Papst, keine so klar definierte Hierarchie (was ja eigentlich symphatisch ist).Es gibt auch andere wesentliche Unterschiede, die in jeder so genannten Islamdebatte berücksichtigt werden müssen:Entstand etwa das Christentum als Minderheit in einem anderen System und musste lernen, innerhalb dieses Systems zu überleben („Gib dem Caesaren, was des Caesars, und gib Gott, was Gottes ist.“) schuf der Prophet Mohammed mit seiner neuen Religion gleich eine irdische Macht, also ein staatlich-juristisches System. Daher wird auch Juristisches wesentlich stärker angesprochen (Scharia).In der Folge sind Islamgelehrte nicht nur Theologen, sondern eben auch Rechtsgelehrte und daher ist eine Unterscheidung zwischen Rechtsstaat und Religion im Islam bedeutend schwieriger. Den Islam gibt es so gar nicht. Viele Schulen haben sich entwickelt, und bereits kurz nach Mohammeds Tod stritten sich die Nachfolger. Die Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten passierte bereits in der Frühzeit. Der Streit über viele Standpunkte setzt sich bis heute fort. So gibt es Fatwas, die Selbstmordanschläge als Teufelswerk bezeichnen. Trotzdem gibt es auch den Islamismus. Mustafa Kemal ‚Atatürk‘ versuchte die Trennung zwischen Staat und Religion radikal und nationalistisch umzusetzen. In der heutigen Türkei Erdoğans wird diese Trennung wieder in Frage gestellt.Der Islam hatte viele völlig unterschiedliche Perioden und eine historische Auseinandersetzung lohnt sich allemal. So war der Islam etwa im Mittelalter der westlich-europäischen Kultur sowohl kulturell als auch wissenschaftlich weit überlegen. Zudem gab es im Islam oftmals eine wesentlich tolerantere Haltung gegenüber andere Religionen, als dies etwa christliche Länder in ihrer Geschichte an den Tag legten.Die Entstehung und Bedeutung des „politischen Islam“ ist spätestens seit 9/11 ein Riesenthema, wenn nicht DAS Thema. Und tatsächlich ist der politische Islam eine der größten Bedrohungen und Probleme der Welt – und des Islams! In der Frage des politischen Islams entsteht derzeit die wohl größte Bruchlinie innerhalb des Islams. Und so glaube ich etwa, dass der von vielen als „Clash of Civilizations“ bezeichnete Konflikt, der von radikalen Islamisten ausgeht, nicht unbedingt ein Kampf des Islams gegen den Westen ist, sondern vielmehr ein inner-islamischer Richtungsstreit, der über und daher auch im Westen geführt wird.< /span>Wie gesagt (bevor ich heftig kritisiert werde): es ist thematisch jetzt nur angestreift und es gibt zahlreiche genauere Berichte, Bücher und Studien dazu – und ja: Es ist total inkomplett, umstritten und vieles braucht eben genau das: Debatte!Eine progressive DebatteWie könnte also – daraus schlussfolgernd – eine moderne Debatte, die auch von Links und progressiv geführt werden kann, aussehen?Der Schlüssel liegt wohl darin, Menschenrechte als individuelle Freiheit zu definieren. Dass das Hauptrecht eines Menschen darin liegt, sich persönlich entfalten zu dürfen. Darin enthalten ist die freie Ausübung der Religion ebenso, wie diese Religion ablehnen zu dürfen. Schutz vor Diskriminierungen müssen für die Karriere einer Kopftuch tragenden Frau ebenso gelten, als für eine Frau, die das Kopftuch ablegen möchte und deshalb von ihrer Familie ausgegrenzt oder bedroht wird.Kurzum: Die Freiheit der Religionsausübung ist ebenso wichtig, wie die Freiheit genau diese Religionen kritisieren zu dürfen. Das würde auch bedeuten, nicht die elende Einteilung der Bevölkerung seitens der FPÖ zu folgen: diese Gruppe hier, jene Gruppa da, die wir dann schön gegeneinander aufhetzen.Es müssten doch Musliminnen und Muslime für ein westlich-humanitäres und aufgeklärtes Staatswesen zu gewinnen sein, wenn klar ist, dass eine freie Religionsausübung selbstverständlich ist – als Teil der individuellen Freiheit? Gleichzeitig muss aber auch klar gemacht werden, dass jede und jeder diese Religion kritisieren darf, verlassen darf, ablehnen darf oder was auch immer. Das beinhaltet naturgemäß auch eine Ablehnung am radikalen Islamismus und dem politischen Islam.Am Ende muss dies aber alles auch bedeuten, dass Muslimmen und Muslime stärker eingebunden werden müssen: In unsere politischen Debatten, in unser demokratisches System an sich. Das würde wohl vieles entschärfen.Und wenn wir denn endlich auch eine offizielle muslimische Religionsgemeinschaft hätten, die nicht aus einer kleinen Clique rund um Anas Shakfeh besteht, die nur von einem Mini-Bruchteil gewählt wird, sondern von einer breiten Mehrheit getragen ist, dann gäbe es auch eine Chance, dass wir vorwärts kommen. Denn Demokratie zu wollen und auch anzubieten, bedeutet auch, diese von der IGGÖ einzufordern. Dann würde sich die Frage islamischer Religionslehrer und -lehrerinnen ebenso lösen lassen. Am Ende – oder vielleicht sogar besser am Anfang – müssten wohl auch unsere Universitäten islamisch-theologische Lehrstühle und Institute anbieten. So verhindern wir, dass Islam-Gelehrte aus dem Ausland importiert werden müssen. Die Politik muss aber den Mut haben, dies alles auch einzufordern und anzubieten. Und dies würde bestimmt alles gegen den Willen der FPÖ gemacht werden. Denn die ist meistens gegen solche Maßnahmen.Die so genannte Islamdebatte kann von der Linken gewonnen werden. Sie müsste sich nur trauen, sie offensiver zu führen, sie nicht den Rechten zu überlassen und das Thema ‚politischer Islam‘ und Islamismus anzupacken. Denn den orthodoxen Islam anzupacken, die Ungleichbehandlung von Frauen und Männer, der verkorksten Haltung zu Homosexualität, usw.: Ja das gehört auch behandelt. Und das ist doch bei der Kirche auch gelungen, auch wenn wir teilweise noch heute heftig diskutieren. Warum soll die Linke das beim Islam nicht machen, und die liberalen und aufgeklärten Kräfte, die es im Islam sehr wohl gibt – mit ins Boot holen?Ist eine Islamdebatte an sich nicht schon eine Kapitulation?Natürlich ist die so genannte ‚Islamdebatte‘ eine von der Rechten geführten. Und diese Debatte so zu bezeichnen wird von vielen als linke Kapitualition vor der Rechten gesehen. Das kann ich auch verstehen.Am Ende muss eben die progressive Linke auch sagen: Das, was wir mit der Kirche ausgefochten haben – und immer noch ausfechten – müssen wir mit allen Religionen ausfechten, die eine individuelle Freiheit des Menschen ablehnen oder in Frage stellen. Oder die eine Gleichstellung aller Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung, usw. ablehnen. Denn Gleichstellung ist ein Grunprinzip der Demokratie. Und diese ist Garantie für eine aufgeklärte Demokratie. Und eine aufgeklärte Demokratie ist ein Garant für die freie Religionsausübung! Sie verlangt „nur“ gewisse Grundregeln.

30 Gedanken zu „Islam und Politik. Ein Plädoyer für eine Debatte ohne Wahlkampf.“

  1. Danke für diesen Beitrag, vielleicht ist es ja tatsächlich ein Anstoss, differenziert auch innerhalb der Linken über dieses Thema zu diskutieren.

    Bisher ist das Thema recht kontrovers: einerseits gibt's Linke, die eine Frau mit Kopftuch, die (wie jetzt bei der SPÖ Wien) in die Poltik geht, gleich als Vorkämpferin für den politischen Islam sehen, andererseits mutet es wieder seltsam an, wenn Linke sich auf die Seite von religiösen Volksparteien stellen (die AKP ist so eine), nur um nicht als rassistisch zu gelten.

    Ãœberhaupt ist die Grenze zwischen Islamkritik und Rassismus extrem schmal und verwischt hin und wieder.

    Die Richtschnur müssen tatsächlich die universellen Menschenrechte sein, aber ein weiteres wichtiges Element wäre die konsequente Trennung von Kirche und Staat, die IMHO in Österreich auch noch immer nicht komplett umgesetzt ist – Beispiel Konkordat.

    Na, wie dem auch sei: genug Diskussionspotential hat das Thema hedenfalls.

  2. Danke für diesen Beitrag, vielleicht ist es ja tatsächlich ein Anstoss, differenziert auch innerhalb der Linken über dieses Thema zu diskutieren.

    Bisher ist das Thema recht kontrovers: einerseits gibt's Linke, die eine Frau mit Kopftuch, die (wie jetzt bei der SPÖ Wien) in die Poltik geht, gleich als Vorkämpferin für den politischen Islam sehen, andererseits mutet es wieder seltsam an, wenn Linke sich auf die Seite von religiösen Volksparteien stellen (die AKP ist so eine), nur um nicht als rassistisch zu gelten.

    Überhaupt ist die Grenze zwischen Islamkritik und Rassismus extrem schmal und verwischt hin und wieder.

    Die Richtschnur müssen tatsächlich die universellen Menschenrechte sein, aber ein weiteres wichtiges Element wäre die konsequente Trennung von Kirche und Staat, die IMHO in Österreich auch noch immer nicht komplett umgesetzt ist – Beispiel Konkordat.

    Na, wie dem auch sei: genug Diskussionspotential hat das Thema hedenfalls.

  3. Ein angenehm differenzierter Kommentar.

    Trotzdem bleibt es für mich befremdlich, dass die linken Grünen, die noch keine Gelegenheit ausgelassen haben, die Kirchen zu kritisieren, sich zum großen Fürsprecher einer Religion gemacht haben, in der JEDES Problem, das an der Kirche zu Recht kritisiert wurde, mindestens im selben Ausmaß besteht.
    (In Wahrheit sind ALLE diese Probleme – Frauenbild und -rechte, autoritäre Strukturen, Unterdrückung des selbständigen Denkens usw usw usw – ein noch erheblich größeres Problem als in den Kirchen.)

    Für viele, wie auch für mich, sind die Grünen so leider unglaubwürdig geworden.
    Was ist von feministischen Grünen zu halten, die die zu knappe Kleidung von Mädchen kritisieren, weil das angeblich patriarchalische Strukturen zemetiert, und dann Kopftücher verteidigen?
    Was ist davon zu halten, wenn Grüne überall Diskriminierungen von Homosexuellen wittern, aber kein Wort zur eklatanten Homophobie unter den muslimischen Migranten sagen?

    Offensichtlich sind die ehemals mutigen Grüne in die eigene Falle getappt, indem sie ganze Themengebiete aus der Diskussion ausgeschlossen, und schon das Hinterfragen als böse, rechtsradikal, ausländerfeindlich, intolerant, islamophob, wasauchimmer gebrandmarkt haben.

    Glaubwürdig werden die Grünen für mich erst wieder, wenn sie Ideologien (Religionen sind nichts anderes!), gesellschaftliche Strömungen und Meinungen ohne Ansicht der Herkunft bewerten.

  4. Ein angenehm differenzierter Kommentar.

    Trotzdem bleibt es für mich befremdlich, dass die linken Grünen, die noch keine Gelegenheit ausgelassen haben, die Kirchen zu kritisieren, sich zum großen Fürsprecher einer Religion gemacht haben, in der JEDES Problem, das an der Kirche zu Recht kritisiert wurde, mindestens im selben Ausmaß besteht.
    (In Wahrheit sind ALLE diese Probleme – Frauenbild und -rechte, autoritäre Strukturen, Unterdrückung des selbständigen Denkens usw usw usw – ein noch erheblich größeres Problem als in den Kirchen.)

    Für viele, wie auch für mich, sind die Grünen so leider unglaubwürdig geworden.
    Was ist von feministischen Grünen zu halten, die die zu knappe Kleidung von Mädchen kritisieren, weil das angeblich patriarchalische Strukturen zemetiert, und dann Kopftücher verteidigen?
    Was ist davon zu halten, wenn Grüne überall Diskriminierungen von Homosexuellen wittern, aber kein Wort zur eklatanten Homophobie unter den muslimischen Migranten sagen?

    Offensichtlich sind die ehemals mutigen Grüne in die eigene Falle getappt, indem sie ganze Themengebiete aus der Diskussion ausgeschlossen, und schon das Hinterfragen als böse, rechtsradikal, ausländerfeindlich, intolerant, islamophob, wasauchimmer gebrandmarkt haben.

    Glaubwürdig werden die Grünen für mich erst wieder, wenn sie Ideologien (Religionen sind nichts anderes!), gesellschaftliche Strömungen und Meinungen ohne Ansicht der Herkunft bewerten.

  5. Dass wir – zB. die Grünen Andersrum – Homosexualität und Migration nie thematisiert hätten, ist mit Verlaub sowas von falsch. Wir waren die einzigen, die das seit Jahren thematisierten. Daraus entstand etwa das Projekt http://www.homohetero.at

  6. Dass wir – zB. die Grünen Andersrum – Homosexualität und Migration nie thematisiert hätten, ist mit Verlaub sowas von falsch. Wir waren die einzigen, die das seit Jahren thematisierten. Daraus entstand etwa das Projekt http://www.homohetero.at

  7. WUNDERBAR! großes lob an dich marco! aber jetzt heißts dran bleiben, nutz den dir zur verfügung stehenden grünen apparat und roll das ganze auch außerhalb deines blogs auf, wobei es ja eh schon ein bisserl begonnen hat, auf ö1 hald 😛 oder in universitären ringvorlesungen…

  8. WUNDERBAR! großes lob an dich marco! aber jetzt heißts dran bleiben, nutz den dir zur verfügung stehenden grünen apparat und roll das ganze auch außerhalb deines blogs auf, wobei es ja eh schon ein bisserl begonnen hat, auf ö1 hald 😛 oder in universitären ringvorlesungen…

  9. Grammatische Frage – WAS soll jemand unter ""werden, in ein relativistische Schublade gesteckt wird, der angeblich Scheuklappen tragen würde."

    als einigermassen grammatisch gefestigten Bürger krieg ich bei sowas massiven Ausschlag und les – leider – egal ob inhaltlich interessant oder nicht – einfach nimma weiter…

  10. Grammatische Frage – WAS soll jemand unter ""werden, in ein relativistische Schublade gesteckt wird, der angeblich Scheuklappen tragen würde."

    als einigermassen grammatisch gefestigten Bürger krieg ich bei sowas massiven Ausschlag und les – leider – egal ob inhaltlich interessant oder nicht – einfach nimma weiter…

  11. anonym: das ist doch zu verstehen? wer gegen diskriminierung von frauen mit kopftücher vorgeht, läuft gefahr von manchen als kulturrelativist hingestellt zu werden, der die "gefahren des islam und islamismus" oder dergleichen ignoriert.

    ich kenne das argument, daher habe ich es vielleicht auch verstanden. ich hoffe, geholfen zu haben.

  12. anonym: das ist doch zu verstehen? wer gegen diskriminierung von frauen mit kopftücher vorgeht, läuft gefahr von manchen als kulturrelativist hingestellt zu werden, der die "gefahren des islam und islamismus" oder dergleichen ignoriert.

    ich kenne das argument, daher habe ich es vielleicht auch verstanden. ich hoffe, geholfen zu haben.

  13. Zwei Punkte:
    1. In dem Blog-Eintrag wird das Wort Islamismus falsch verwendet. Islamismus ist ein anderes Wort für den politischen Islam (siehe Wikipedia). Zwar sind alle islamischen Terroristen auch Islamisten, das gilt umgekehrt aber nicht. Die meisten Islamisten versuchen ihre Ziele durch "friedliche" Mittel zu erreichen.

    2. Ich kann der Forderung, Frauen mit Kopftuch nicht zu diskriminieren überhaupt nichts abgewinnen. Es muss für einen Arbeitgeber möglich sein, von seinen Angestellten zu verlangen, dass sie ihre Religion zu Hause lassen.

  14. Zwei Punkte:
    1. In dem Blog-Eintrag wird das Wort Islamismus falsch verwendet. Islamismus ist ein anderes Wort für den politischen Islam (siehe Wikipedia). Zwar sind alle islamischen Terroristen auch Islamisten, das gilt umgekehrt aber nicht. Die meisten Islamisten versuchen ihre Ziele durch "friedliche" Mittel zu erreichen.

    2. Ich kann der Forderung, Frauen mit Kopftuch nicht zu diskriminieren überhaupt nichts abgewinnen. Es muss für einen Arbeitgeber möglich sein, von seinen Angestellten zu verlangen, dass sie ihre Religion zu Hause lassen.

  15. Da sieht man, so halt, wie super die FP-Propaganda funktioniert und wie weit Hetze schon vorgedrungen ist.

    Marco sagt es sehr gut: Es geht um die INDIVIDUELLE Freiheit. Wer das ins Zentrum des politischen und rechtlichen Rahmens rückt, muss gegen Diskriminierungen von Frauen mit Kopftücher sein, auch wenn man diese blöden Kopftücher hasst!

    Denn wo führt das hin? Wo machen wir eine Grenze? Verbieten wir dann auch Kruzifix am Hals? Kippa?

    Das ist einfach illiberal. Eine Frau mit Kopftuch steckt eh schon in der Scheiße. Da wär's schlimm, deshalb staatlicherseits zusätzlich Bestrafung zu erlauben oder zu ermöglichen.

    Don't get me wrong: Ich finde Kopftücher furchtbar.

  16. Da sieht man, so halt, wie super die FP-Propaganda funktioniert und wie weit Hetze schon vorgedrungen ist.

    Marco sagt es sehr gut: Es geht um die INDIVIDUELLE Freiheit. Wer das ins Zentrum des politischen und rechtlichen Rahmens rückt, muss gegen Diskriminierungen von Frauen mit Kopftücher sein, auch wenn man diese blöden Kopftücher hasst!

    Denn wo führt das hin? Wo machen wir eine Grenze? Verbieten wir dann auch Kruzifix am Hals? Kippa?

    Das ist einfach illiberal. Eine Frau mit Kopftuch steckt eh schon in der Scheiße. Da wär's schlimm, deshalb staatlicherseits zusätzlich Bestrafung zu erlauben oder zu ermöglichen.

    Don't get me wrong: Ich finde Kopftücher furchtbar.

  17. @Anonym: Es geht nicht um Verbote. Diskriminierung bedeutet, dass die Frage "Kopftuch oder nicht?" für die Entscheidung ob ich jemand einen Job gebe eine Rolle spielt.

    Ich habe die selben Probleme mit einem auffällig getragenen Kreuz um den Hals.

  18. @Anonym: Es geht nicht um Verbote. Diskriminierung bedeutet, dass die Frage "Kopftuch oder nicht?" für die Entscheidung ob ich jemand einen Job gebe eine Rolle spielt.

    Ich habe die selben Probleme mit einem auffällig getragenen Kreuz um den Hals.

  19. Wir brauchen hierzulande weder eine Debatte zum Thema "Islam und Politik" noch eine generelle Islam- oder gar Islamismus-Debatte.

    Denn entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, die gezielt fokussiert und allgemein "gegen Ausländer" instrumentalisiert wird, sind muslimische oder sogar streng muslimische Gruppen oder Individuen in Österreich zahlenmäßig keineswegs so umfassend relevant, wie allgemein und subjektiv angenommen wird.

    Ein Blick in die Unterlagen der Statistik Austria zur Wiener Bevölkerung (1.1.2010) nennt als größte ausländische Gruppe Zuwanderer aus der gesamten EU/EWR/Schweiz (118 T[ausend Menschen]); auf Platz zwei aus dem ehem. Yugoslawien (116 T), auf dem dritten Platz aus der Türkei (42 T); aus den muslimischen Ländern Ägypten, Nigeria, Afghanistan, Irak und Iran stammen rund 13 T.

    Die Gruppe derer, die islamischen Glaubensrichtungen (Plural!) zuzurechnen ist, ist zahlenmäßig etwa halb so groß wie die der orthodoxen Christen, rechnen wir die prozentualen Anteile der Religionszugehörigkeit bei Serben (84{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} orth.), Bosniaken (44{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} muslim.), usw. in ihren Heimatländern hoch.

    Leider sind die veröffentlichten Zahlen der Stadt Wien selbst inzwischen 10 Jahre alt (Stand: 2001); aus dem Material geht jedenfalls hervor, daß 2001 etwa 57 T orthodoxe Christen aus dem ehem. Yugoslawien (von insgesamt 107 T) in Wien lebten. Ihnen gegenüber standen rd. 22 T Muslime aus dem ehem. Yugoslawien und 44 T Muslime aus der Türkei.

    Das ist jetzt alles sehr grobes Material und ebenso grob zusammengerechnet, die Tendenz ist jedoch deutlich (- und warum die FPÖ im Wiener Wahlkampf sich besonders um die Serben bemüht hat). (2001 gab es in Wien genausoviele orthodoxe Christen allein aus dem ehem. Yugoslawien wie österreichische evangelische Christen [57 T]).

    Den Diskurs über Zuwanderung, Integration und soziokulturelles Miteinander von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Herkunft in Wien vor der Folie des für unser Sozialsystems bedrohlichen demographischen Wandels darf also sachgerecht keinesfalls weiterhin auf die Religion der Einwanderer verkürzt werden und sollte erst recht nicht nur den Islam pars pro toto in den Blick nehmen.

    Denn Religion und Kultur sind zwar ein bestimmendes öffentliches Argument, tatsächlich aber handelt es sich vielfach um ökonomische Verteilungskämpfe zwischen Inländern und Zuwanderern sowie zwischen Zuwanderern der 2. bzw. 3. und Zuwanderern der 1. Generation. Die Konflikte zwischen Gruppen aus dem ehem. Yugoslawien lassen zwar keine Trennung zwischen Ethnie und Religion zu, insofern beides als Kriterium herangezogen werden kann, doch die populistische Verkürzung auf "Minarett" und "Muezzin" oder "Burka" und "Kopftuch" wird der Komplexität des Problems nicht gerecht.

  20. Wir brauchen hierzulande weder eine Debatte zum Thema "Islam und Politik" noch eine generelle Islam- oder gar Islamismus-Debatte.

    Denn entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, die gezielt fokussiert und allgemein "gegen Ausländer" instrumentalisiert wird, sind muslimische oder sogar streng muslimische Gruppen oder Individuen in Österreich zahlenmäßig keineswegs so umfassend relevant, wie allgemein und subjektiv angenommen wird.

    Ein Blick in die Unterlagen der Statistik Austria zur Wiener Bevölkerung (1.1.2010) nennt als größte ausländische Gruppe Zuwanderer aus der gesamten EU/EWR/Schweiz (118 T[ausend Menschen]); auf Platz zwei aus dem ehem. Yugoslawien (116 T), auf dem dritten Platz aus der Türkei (42 T); aus den muslimischen Ländern Ägypten, Nigeria, Afghanistan, Irak und Iran stammen rund 13 T.

    Die Gruppe derer, die islamischen Glaubensrichtungen (Plural!) zuzurechnen ist, ist zahlenmäßig etwa halb so groß wie die der orthodoxen Christen, rechnen wir die prozentualen Anteile der Religionszugehörigkeit bei Serben (84{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} orth.), Bosniaken (44{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} muslim.), usw. in ihren Heimatländern hoch.

    Leider sind die veröffentlichten Zahlen der Stadt Wien selbst inzwischen 10 Jahre alt (Stand: 2001); aus dem Material geht jedenfalls hervor, daß 2001 etwa 57 T orthodoxe Christen aus dem ehem. Yugoslawien (von insgesamt 107 T) in Wien lebten. Ihnen gegenüber standen rd. 22 T Muslime aus dem ehem. Yugoslawien und 44 T Muslime aus der Türkei.

    Das ist jetzt alles sehr grobes Material und ebenso grob zusammengerechnet, die Tendenz ist jedoch deutlich (- und warum die FPÖ im Wiener Wahlkampf sich besonders um die Serben bemüht hat). (2001 gab es in Wien genausoviele orthodoxe Christen allein aus dem ehem. Yugoslawien wie österreichische evangelische Christen [57 T]).

    Den Diskurs über Zuwanderung, Integration und soziokulturelles Miteinander von Bevölkerungsgruppen unterschiedlicher Herkunft in Wien vor der Folie des für unser Sozialsystems bedrohlichen demographischen Wandels darf also sachgerecht keinesfalls weiterhin auf die Religion der Einwanderer verkürzt werden und sollte erst recht nicht nur den Islam pars pro toto in den Blick nehmen.

    Denn Religion und Kultur sind zwar ein bestimmendes öffentliches Argument, tatsächlich aber handelt es sich vielfach um ökonomische Verteilungskämpfe zwischen Inländern und Zuwanderern sowie zwischen Zuwanderern der 2. bzw. 3. und Zuwanderern der 1. Generation. Die Konflikte zwischen Gruppen aus dem ehem. Yugoslawien lassen zwar keine Trennung zwischen Ethnie und Religion zu, insofern beides als Kriterium herangezogen werden kann, doch die populistische Verkürzung auf "Minarett" und "Muezzin" oder "Burka" und "Kopftuch" wird der Komplexität des Problems nicht gerecht.

  21. Die Debatte hier zeigt mal wieder sehr gut, dass es gar nicht so leicht ist, zu differenzieren: ist das Kopftuch ein religiöses Symbol?

    Und wenn wir es verbieten wollten, müssten wir auch konsequenterweise ALLE relgiösen Symbole verbieten, denn sonst kommen wir unweigerlich in den Geruch der Diskriminierung EINER Religion.

    Und wenn wir alle Symbole verbieten: was ist überhaupt ein religiöses Symbol? Das Kreuz ist ja noch recht eindeutig, ein weißer Kragen ist da schon schwieriger zu erkennen.

    Katholische Ordensbrüder und -schwestern müssten dann natürlich konsequenterweise auch ihre Kleidung auf der Strasse nicht mehr tragen dürfen.

    Und wenn wir nur die Kopftücher verbieten (übrigens: was machen dann die alten Damen am Land?), dann wäre die Frage nach der Argumentation zu stellen, warum nicht alle Religionen gleich behandelt werden?

    Wenn wir dann ungleich behandeln, hätten wir die (zu recht) viel gepriesenen Menschenrechte verletzt, "Religionsfreiheit" ist eines davon.

    Einzig ein Burkaverbot könnte ich mir rein rechtlich noch gut vorstellen – nämlich mit Argument, dass das Gesicht jedes Menschen erkennbar sein muss – wobei gerade dieses Thema in Ö ziemlich akademisch ist, da es so gut wie keine Burkerträgerinnen (ausser ToruistInnen) hier gibt.

    An den Aufzählungen sieht man mal, dass sich der Themenkomplex wohl nicht so leicht lösen lassen wird, und noch viel Diskussionsbedarf besteht.

  22. Die Debatte hier zeigt mal wieder sehr gut, dass es gar nicht so leicht ist, zu differenzieren: ist das Kopftuch ein religiöses Symbol?

    Und wenn wir es verbieten wollten, müssten wir auch konsequenterweise ALLE relgiösen Symbole verbieten, denn sonst kommen wir unweigerlich in den Geruch der Diskriminierung EINER Religion.

    Und wenn wir alle Symbole verbieten: was ist überhaupt ein religiöses Symbol? Das Kreuz ist ja noch recht eindeutig, ein weißer Kragen ist da schon schwieriger zu erkennen.

    Katholische Ordensbrüder und -schwestern müssten dann natürlich konsequenterweise auch ihre Kleidung auf der Strasse nicht mehr tragen dürfen.

    Und wenn wir nur die Kopftücher verbieten (übrigens: was machen dann die alten Damen am Land?), dann wäre die Frage nach der Argumentation zu stellen, warum nicht alle Religionen gleich behandelt werden?

    Wenn wir dann ungleich behandeln, hätten wir die (zu recht) viel gepriesenen Menschenrechte verletzt, "Religionsfreiheit" ist eines davon.

    Einzig ein Burkaverbot könnte ich mir rein rechtlich noch gut vorstellen – nämlich mit Argument, dass das Gesicht jedes Menschen erkennbar sein muss – wobei gerade dieses Thema in Ö ziemlich akademisch ist, da es so gut wie keine Burkerträgerinnen (ausser ToruistInnen) hier gibt.

    An den Aufzählungen sieht man mal, dass sich der Themenkomplex wohl nicht so leicht lösen lassen wird, und noch viel Diskussionsbedarf besteht.

  23. @CrazyBird: Ich versteh nicht, warum jetzt plötzlich über Verbote diskutiert wird. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass religiöse Symbole aus dem öffentlichen Leben verbannt werden. Das wäre auch Menschenrechtswidrig.

    Es geht nur um die Frage, ob eine private Firma aufgrund religiöser Symbole diskriminieren darf. Z.B. darf eine Firma von den Mitarbeitern verlangen, keine Religiösen Symbole zu tragen. Darf eine Firma von den Mitarbeitern verlangen, bestimmte Religiöse Vorschriften zu erfüllen (z.B. alle Mitarbeiterinnen müssen ein Kopftuch tragen). Usw.

    Inwieweit das der Staat darf ist dann eine weitere, davon getrennte Frage.

  24. @CrazyBird: Ich versteh nicht, warum jetzt plötzlich über Verbote diskutiert wird. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass religiöse Symbole aus dem öffentlichen Leben verbannt werden. Das wäre auch Menschenrechtswidrig.

    Es geht nur um die Frage, ob eine private Firma aufgrund religiöser Symbole diskriminieren darf. Z.B. darf eine Firma von den Mitarbeitern verlangen, keine Religiösen Symbole zu tragen. Darf eine Firma von den Mitarbeitern verlangen, bestimmte Religiöse Vorschriften zu erfüllen (z.B. alle Mitarbeiterinnen müssen ein Kopftuch tragen). Usw.

    Inwieweit das der Staat darf ist dann eine weitere, davon getrennte Frage.

  25. Leider gelingt es auch in diesem Text nicht die Ebenen auseinander zu halten. Wen kritisieren wir denn in der christlichen Welt, das Christentum oder die Kirche? Ich denke zweiteres und das ist auch das einzig sinnvolle. Wenn es Muslime gibt die man kritisieren möchte dann soll man sie auch benennen und darf das auch. Eine pauschale Islamdebatte bleibt jedoch eine bequeme Abkürzung, egal ob von links oder von rechts.

    Liebe Grüße aus Tunis
    Haroun Moalla

  26. Leider gelingt es auch in diesem Text nicht die Ebenen auseinander zu halten. Wen kritisieren wir denn in der christlichen Welt, das Christentum oder die Kirche? Ich denke zweiteres und das ist auch das einzig sinnvolle. Wenn es Muslime gibt die man kritisieren möchte dann soll man sie auch benennen und darf das auch. Eine pauschale Islamdebatte bleibt jedoch eine bequeme Abkürzung, egal ob von links oder von rechts.

    Liebe Grüße aus Tunis
    Haroun Moalla

  27. >Es müssten doch Musliminnen und Muslime für ein westlich-humanitäres
    >und aufgeklärtes Staatswesen zu gewinnen sein, wenn klar ist, dass
    >eine freie Religionsausübung selbstverständlich ist – als Teil der
    >individuellen Freiheit?

    das halte ich für eine selbstverständlichkeit. IMHO sollte es nicht an "uns" sondern an "denen" (ja ich weiss, labels blabla) liegen sich gegen die extremistischen tendenzen innerhalb "ihrer" konfession zu richten und lauter zu sein.

    >Am Ende – oder vielleicht sogar besser am Anfang – müssten wohl auch
    >unsere Universitäten islamisch-theologische Lehrstühle und Institute anbieten.

    da leiste ich gerne meinen beitrag (=steuern). allerdings nur dann, wenn es nicht um indoktrination und verbreitung der lehre geht sondern ausschließlich um historische/philosophische/etc. betrachtung.
    den rest darf sich jede konfession selber leisten, oder nicht.

    >Das, was wir mit der Kirche ausgefochten haben – und immer noch ausfechten –
    >müssen wir mit allen Religionen ausfechten, die eine individuelle Freiheit
    >des Menschen ablehnen oder in Frage stellen.

    ja und nein. wenn wir es endlich schaffen würden, alle religion vor dem staat die gleiche rolle zu geben – nämlich gar keine – hat sich das thema der religions-vielfalt insofern erledigt, als dass die von dir oben als "Richtschnur" bezeichnete rolle hoffentlich mit der zeit ausfadet.
    nur das kann das ziel sein.

    im übrigen gelten alle meine ausführungen für sämtliche konfessionen – ganz gleich in welchem winkel der erde welche figuren/stehsätze/kleidungsvorschriften/etc. für welchen zweck auch immer instrumentalisiert werden.

    DISCLAIMER: ich bin atheist. die "atheistische religionsgesellschaft" halte ich für schwachsinn. die erde ist älter als 6000 jahre. laizismus.at und der zentralrat der konfessionslosen brauchen mehr aufmerksamkeit.
    danke fürs lesen.

  28. >Es müssten doch Musliminnen und Muslime für ein westlich-humanitäres
    >und aufgeklärtes Staatswesen zu gewinnen sein, wenn klar ist, dass
    >eine freie Religionsausübung selbstverständlich ist – als Teil der
    >individuellen Freiheit?

    das halte ich für eine selbstverständlichkeit. IMHO sollte es nicht an "uns" sondern an "denen" (ja ich weiss, labels blabla) liegen sich gegen die extremistischen tendenzen innerhalb "ihrer" konfession zu richten und lauter zu sein.

    >Am Ende – oder vielleicht sogar besser am Anfang – müssten wohl auch
    >unsere Universitäten islamisch-theologische Lehrstühle und Institute anbieten.

    da leiste ich gerne meinen beitrag (=steuern). allerdings nur dann, wenn es nicht um indoktrination und verbreitung der lehre geht sondern ausschließlich um historische/philosophische/etc. betrachtung.
    den rest darf sich jede konfession selber leisten, oder nicht.

    >Das, was wir mit der Kirche ausgefochten haben – und immer noch ausfechten –
    >müssen wir mit allen Religionen ausfechten, die eine individuelle Freiheit
    >des Menschen ablehnen oder in Frage stellen.

    ja und nein. wenn wir es endlich schaffen würden, alle religion vor dem staat die gleiche rolle zu geben – nämlich gar keine – hat sich das thema der religions-vielfalt insofern erledigt, als dass die von dir oben als "Richtschnur" bezeichnete rolle hoffentlich mit der zeit ausfadet.
    nur das kann das ziel sein.

    im übrigen gelten alle meine ausführungen für sämtliche konfessionen – ganz gleich in welchem winkel der erde welche figuren/stehsätze/kleidungsvorschriften/etc. für welchen zweck auch immer instrumentalisiert werden.

    DISCLAIMER: ich bin atheist. die "atheistische religionsgesellschaft" halte ich für schwachsinn. die erde ist älter als 6000 jahre. laizismus.at und der zentralrat der konfessionslosen brauchen mehr aufmerksamkeit.
    danke fürs lesen.

  29. Erfrischend, eine differenzierte Betrachtung des Islams welche Grund- und Menschenrechte nicht totalitärer Religionsausübung opfert.
    Wäre das auch grüne Parteilinie wären die Grünen wählbarer.

  30. Erfrischend, eine differenzierte Betrachtung des Islams welche Grund- und Menschenrechte nicht totalitärer Religionsausübung opfert.
    Wäre das auch grüne Parteilinie wären die Grünen wählbarer.

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