Zur Verteidigung von Stermann & Grissemann

Der Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat beim ORF protestiert. Grund: Stermann & Grissemann haben in der Sendung Willkommen Österreich eine Satire zu Haiders Tod und dem öffentlichen Umgang mit seinem Tod thematisiert. Nachzuschauen im Archiv auf der Willkommen Österreich-Website. Dörfler empörte sich und protestierte. Die Art sei geschmack- und pietätlos…
Ich habe die Satire der beiden gesehen, und empfand ihn als echte Befreiung! Nach all den Tagen der Kärntner Zwangstrauer und der medialen Selbstzensur tat das gut. Es war ganz und gar nicht pietätlos! Es war notwendig.
Die österreichischen Medien hatten in den letzten Wochen offensichtlich einen Auftrag: Ja kein Sterbenswörtchen über die Unzulänglichkeiten des Jörg Haider zu verlieren, immer schön die Pietät bewahren (Wo endet eigentlich Pietät?). Ich musste ausländische Medien konsumieren, um der Heiligsprechung zu entkommen. Die Interviews von Freunden – vor allem von so genannten Nebenwitwen – taten das übrige. Ich war einer der vielen ÖsterreicherInnen, die anfangs geschockt ob der Nachricht waren, dann die Berichterstattung aber vor lauter Verlogenheit und Heiligsprechung nicht mehr ertragen konnte.
Wann ist Pietät eigentlich Pietät und wo ist die Grenze zur Pietätlosigkeit? Ob Dörfler das weiß? Hätte Haider mehr Pietät gehabt – sagen wir etwa mit zu Tode gekommenen AsylwerberInnen oder Opfer des Nationalsozialismus – hätte ich ja mit mir reden lassen. Aber Haider war eben Haider: Ein Rechtspopulist, der vor nichts zurückschreckte. Dann darf man eben auch nicht erwarten, dass nach seinem Tod alle plötzlich still sind und meinen, ein Held hätte uns verlassen.
Nein, ein Mensch ist gestorben, weil er zu viel getrunken hat. Don’t drink and drive! Das ist eine Tragödie, klar. Aber würden wir in Österreich ernsthaft meinen, dass wenn etwa ein Jean-Marie Le Pen in Frankreich oder ein Schirinowski in  Russland sterben soll, dieses Land diese dann nicht mehr kritisieren darf? Dass die Medien aus Gründen der Pietät zu dessen Politik schweigen sollen? Österreich würde empört sein – und zwar zurecht!

4 Gedanken zu „Zur Verteidigung von Stermann & Grissemann“

  1. Ja bravo – wenn jemand eine in im DRECK steckende Karre anschieben will, um zu helfen, und die kleinen durchdrehenden Hinterräder genug DRECK auf den Helfer schleudern : DAS IST LUSTIG – wie DER dann aussieht !!
    Helfer ist nun weg – also Karre VORWÄRTS – noch mehr in den MORAST von A – Z (gibt wohl kaum einen Buchstaben den Alphabets, mit dem man nicht mindestens einen SAUEREI aufzählen könnte!
    AUA, AKH, BAWAG, BAURING … usw.
    Wirklch LUSTIG !!!
    (Karin M. Müller)

  2. Ja bravo – wenn jemand eine in im DRECK steckende Karre anschieben will, um zu helfen, und die kleinen durchdrehenden Hinterräder genug DRECK auf den Helfer schleudern : DAS IST LUSTIG – wie DER dann aussieht !!
    Helfer ist nun weg – also Karre VORWÄRTS – noch mehr in den MORAST von A – Z (gibt wohl kaum einen Buchstaben den Alphabets, mit dem man nicht mindestens einen SAUEREI aufzählen könnte!
    AUA, AKH, BAWAG, BAURING … usw.
    Wirklch LUSTIG !!!
    (Karin M. Müller)

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