Blutbad in Tel Aviv und die Reaktionen darauf.

Fassunglosigkeit nach den Nachrichten aus Tel Aviv: Ein (noch) unbekannter Mann verübte ein Attentat auf eine Jugend-Coming-out-Gruppe in einem lesbisch-schwulen Zentrum in Tel Aviv. Zwei Tote und elf Verletzte sind die Folge. Spontan demonstrierten Menschen in Israel gegen dieses Attentat.
Die Reaktionen österreichischer Inter-User_innen hat der ausgezeichnete Blog think outside your box treffend dargestellt. Denn eines wird deutlich: Religiöse Fundis und (Klerikal-)faschist_innen finden es okay, wenn Schwule und Lesben ermordet werden. Auch hierzulande.
Auch ich musste erfahren, wie jemand auf meinen Facebook-Eintrag über meinen Schock über die Attentate meinte, es seien irgendwie ja auch die Lesben und Schwulen selber schuld, weil sie sich halt immer so in den Vordergrund stellen und auf sich aufmerksam machen müssten.
Einzeltäter_innen oder Terror-Netzwerk ist die eine Sache. Eine gewaltfreie Welt ohne Täter und Täterinnen wäre zwar wünschenswert, aber damit werden wir wohl leider immer leben müssen. man erinnere sich nur an das Attentat 1999 auf das Schwulenlokal Admiral Duncan in London. Dass solche Taten dann aber von nicht selbst zu solchen Gewalttaten schreitenden Menschen still aber wohlwollend wahrgenommen werden ist der größte Schock. (Einer, der immer gegen die „Homoperversen“ hetzt und dieses Attentat wohl auch gut und gerechtfertigt findet, postet auch regelmäßig bei mir. kath.net lässt grüßen.)
Übrig bleibt die bittere Erkenntnis, das noch so unendlich viel zu tun ist… Das wusste man zwar immer, aber gerade bei einer solchen Zuspitzung tritt es besonders dramatisch und erschütternd zutage.
Ich bin heute jedenfalls auch aus Tel Aviv. Soldarisch und geschockt. Aber sicher nicht resigniert, sondern kämpferisch. Ein zurück ins Versteck, in das Verschweigen und in die Sünde gibt’s nicht mehr. Das ist vorbei, und dafür muss man und frau auch kämpfen.

Das österreichische Queer-News-Portal ggg.at (meiner Meinung nach noch viel zu unbekannt, dafür aber immer die schnellste und umfangreichste Website mit lesbisch-schwulen Themen in Österreich) hat eine eigene Rubrik mit ständig aktualisierten Meldungen zu Israel installiert:
ggg.at

8 Gedanken zu „Blutbad in Tel Aviv und die Reaktionen darauf.“

  1. Du darfst ruhig meinen Namen auch veröffentlichen – ich stehe wie du sowohl zu meiner sexuellen Orientierung als auch zu meinen Aussagen. Sonst würde ich dich nicht mögen 😉

  2. Du darfst ruhig meinen Namen auch veröffentlichen – ich stehe wie du sowohl zu meiner sexuellen Orientierung als auch zu meinen Aussagen. Sonst würde ich dich nicht mögen 😉

  3. alexandra bader

    habe zu deinem blog verlinkt bei http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1325 und finde arg, dass die polizei bei einem unbekannten täter hass auf lesben und schwule als motiv ausschliesst – wie kann sie das wissen? so wird die debatte wohl abgewürgt, ob dafür nicht ein klima geschaffen wurde – und unterschwelliger hass kommt ja auch hierzulande hoch, siehe die krone-postings, auf die du ja auch hinweist (bei der krone sind die postings oft arg, aber manches wird zensiert – da, wenn man es absolut unzumutbar findet…bei lesben und schwulen ist es das nicht???)

  4. alexandra bader

    habe zu deinem blog verlinkt bei http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=1325 und finde arg, dass die polizei bei einem unbekannten täter hass auf lesben und schwule als motiv ausschliesst – wie kann sie das wissen? so wird die debatte wohl abgewürgt, ob dafür nicht ein klima geschaffen wurde – und unterschwelliger hass kommt ja auch hierzulande hoch, siehe die krone-postings, auf die du ja auch hinweist (bei der krone sind die postings oft arg, aber manches wird zensiert – da, wenn man es absolut unzumutbar findet…bei lesben und schwulen ist es das nicht???)

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