Über Medezettel, erwünschte und unerwünschte Outings und Co.

Mein Blogbeitrag zum neuen Meldezettel, sowie die Pressekonferenz am vergangenen Freitag haben innerhalb und außerhalb der Community Staub aufgewirbelt und spannende Diskussionen ausgelöst.
Folgende Punkte sind dabei immer wieder aufgetaucht und mir gemailt, gesagt, gepostet oder sonstwas worden:

Wenn Lesben und Schwule schon eine Eingetragene Partnerschaft eingehen können machen sie das doch gerade dadurch öffentlich. Also soll man auch dazu stehen!
Sichtbarkeit und Out-sein war der Schlüssel der Emanzipationsbewegung. Also kann man das auch in dieser Form akzeptieren.
Man legt bei Behörden oder privaten Firmen (Arbeitgeber, Fahrschulen, Bibliotheken, etc.) nicht den eigentlichen Meldezettel vor, sondern eine Bestätigung der Meldung, in der der Personenstand nicht angeführt ist.
Andere Bereiche sind im Gesetz über die Eingetragene Partnerschaft wesentlich gravierender diskriminierender.
Verpartnern sollten sich überhaupt nur selbstbewusst offen lebende Lesben und Schwule lassen.
Heteros mussten sich durch die anzukreuzenden Rubriken „verheiratet“, „geschieden“ oder „verwitwet“ auch immer outen.

Dazu möchte ich gerne Stellung nehmen:
Vorab einer meiner wichtigsten politischen Grundsätze im Bereich Outing:
Ein Coming-out ist eine persönliche individuelle Entscheidung. Jede Person entscheidet selbst, wem gegenüber er oder sie sich outen will. Je mehr das tun, umso besser! Aber ein Outing seitens Dritter ist für mich inakzeptabel!
Nun aber zu den Punkten:

Es ist natürlich richtig, dass ein offener und selbstbewusster Mensch auch öffentlich zu seiner Sexualität stehen soll. Das ist wichtig als gesellschaftspolitischer Motor. Aber der Gesetzgeber hat ein Institut eingerichtet, das ausschließlich Homosexuellen offen steht. Heteros dürfen keine EP eingehen. Also wird durch das Ankreuzen eine sexuelle Orientierung publik.
Das ist absolut richtig und man soll auch jede und jeden ermutigen, diesen Schritt zu machen, weil es so wichtig ist. Aber entscheiden soll das jede und jeder selbst – und nicht eine Behörde!
Hier wird’s interessant. Tatsächlich dürften einige Bezirke und Gemeinden eine Meldebestätigung ausstellen, auf der der Personenstand nicht vermerkt ist. Auf meiner Bestätigung steht er sehr wohl. Auch andere zeigten mir ihre Bestätigung und der Personenstand ist vermerkt. Etwa im 15. Bezirk. Richtig ist die Kritik, dass man ja keine Meldezettel vorlegt sondern Meldebestätigungen. Ich habe öffentlich einheitlich „Meldezettel“ gesagt, um nicht zu verwirren.
Ja, es gibt weitere Diskriminierungen durch die Einführung des EPGs. Erstaunlicherweise kam dieser Hinweis auch von NGOs. Hier bin ich verwirrt, dass manche das eher als Lappalie abtun, denn seit wann waren lesbisch-schwule Vereine dafür, dass Menschen von Dritten geoutet werden? Ich fürchte, hier haben manche noch nicht weitergedacht. Auch nicht, was mit gesammelten Daten alles passieren kann – etwa seitens Privater!
Dem ist leider nicht so! Drittstaatsangehörige gehen heute schon gerne EPs mit ihren österreichischen Partner oder Partnerin ein, damit sie endlich einen (ohnehin im Fremdenrecht eine schikanös schwierigen) legalen Status haben, um beim Partner oder bei der Partnerin leben zu können. Nicht selten arbeiten diese Menschen in Betrieben (oft auch Familienbetriebe!), wo sie schlicht und einfach nicht geoutet sein wollen. Das ist zu respektieren! das gilt übrigens natürlich auch für österreichische Lesben und Schwulen – nicht jede und jeder will in gewissen Bereichen geoutet sein und dieses Recht auf Privatsphäre sollte jedem überlassen bleiben.
Heteros waren sicher auch „geoutet“, allerdings haben Heterosexuelle kaum mit Diskriminierungen aufgrund einer sexuellen Orientierung zu kämpfen.

 

12 Gedanken zu „Über Medezettel, erwünschte und unerwünschte Outings und Co.“

  1. Hallo,
    die böseste Diskriminierung ist mMn jene mit dem Doppelnamen: wer sich verpartnert, kann ja nun quasi auch einen Doppelnamen führen, bloß: ohne "-" zwischen den Namen. Also zB Thomas Müller Maier statt Thomas Müller-Maier.

    Und das ist ja wohl das übelste Zwangsouting überhaupt…

  2. Hallo,
    die böseste Diskriminierung ist mMn jene mit dem Doppelnamen: wer sich verpartnert, kann ja nun quasi auch einen Doppelnamen führen, bloß: ohne "-" zwischen den Namen. Also zB Thomas Müller Maier statt Thomas Müller-Maier.

    Und das ist ja wohl das übelste Zwangsouting überhaupt…

  3. Herr Schreuder!
    Da Sie gleiche Rechte und Pflichten für alle fordern ist es wohl legitim, daß auch Lesben und Schwule ihren Familienstand bekannt zu geben haben…
    Jemand der immer nach Gleichberechtigung schreit sollte nicht fadenscheinige Ausflüchte suchen, und im Ãœbrigen ist das BGBL, auch für Audländer (wie Sie einer sind) recht eindeutig, in Bezug wodurch eine Ehe definiert wird…

  4. Herr Schreuder!
    Da Sie gleiche Rechte und Pflichten für alle fordern ist es wohl legitim, daß auch Lesben und Schwule ihren Familienstand bekannt zu geben haben…
    Jemand der immer nach Gleichberechtigung schreit sollte nicht fadenscheinige Ausflüchte suchen, und im Übrigen ist das BGBL, auch für Audländer (wie Sie einer sind) recht eindeutig, in Bezug wodurch eine Ehe definiert wird…

  5. @Anonym: Wenn Lesben und Schwule die gleichen Rechte und Pflichten hätten, müssten sie nicht andere Kästchen ankreuzen wie Heteros. Vollkommener Blödsinn, den sie da schreiben. Erstaunlich.at ist sowieso die meiseste Website. Aber Verständnis für Lesben und Schwule darf man sich bei einem Strizzi und Rotlichtmenschen eh nicht erwarten. Homofeindlichkeit pur.

    Eine Hetera.

  6. @Anonym: Wenn Lesben und Schwule die gleichen Rechte und Pflichten hätten, müssten sie nicht andere Kästchen ankreuzen wie Heteros. Vollkommener Blödsinn, den sie da schreiben. Erstaunlich.at ist sowieso die meiseste Website. Aber Verständnis für Lesben und Schwule darf man sich bei einem Strizzi und Rotlichtmenschen eh nicht erwarten. Homofeindlichkeit pur.

    Eine Hetera.

  7. Werte Frau Sylvia
    Wenn Sie einem Menschen das Recht der freien Meinungsäußerung wegen seines Berufes, für die er die erforderlichen behördlichen Bewilligungen besitzt und dafür noch jede Menge Abgaben bezahlt absprechen, dann kann die Gesellschaft froh sein, dass Sie hoffentlich nie in einer Machtposition sitzen.

    Es kann halt nicht jeder Zuckerbäcker sein. Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Und solange sich diese im legalen Bereich bewegen, verstehe ich Ihre gekünstelte Aufregung nicht.

    Ausserdem ist die Strizzi und Rotlichtmasche von Ihnen schon derart abgedroschen, dass sie niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt.

    Das Ihnen http://www.erstaunlich.at nicht gefällt und Sie diese für die mieseste Website halten, ist Ihre subjektive Meinung, die Ihnen auch zusteht.

    Was die Ihrerseits, bei mir geortete Feindlichkeit gegen Homosexuelle betrifft, befinden Sie sich auf dem Holzweg.

    Wenn der Bedarf für eine Homo-Peepshow bestehen würde, wäre ich der erste der seine Hetero-Lokale darauf umstellt.

    Mfg
    Erich Reder

  8. Werte Frau Sylvia
    Wenn Sie einem Menschen das Recht der freien Meinungsäußerung wegen seines Berufes, für die er die erforderlichen behördlichen Bewilligungen besitzt und dafür noch jede Menge Abgaben bezahlt absprechen, dann kann die Gesellschaft froh sein, dass Sie hoffentlich nie in einer Machtposition sitzen.

    Es kann halt nicht jeder Zuckerbäcker sein. Angebot und Nachfrage regeln den Markt. Und solange sich diese im legalen Bereich bewegen, verstehe ich Ihre gekünstelte Aufregung nicht.

    Ausserdem ist die Strizzi und Rotlichtmasche von Ihnen schon derart abgedroschen, dass sie niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt.

    Das Ihnen http://www.erstaunlich.at nicht gefällt und Sie diese für die mieseste Website halten, ist Ihre subjektive Meinung, die Ihnen auch zusteht.

    Was die Ihrerseits, bei mir geortete Feindlichkeit gegen Homosexuelle betrifft, befinden Sie sich auf dem Holzweg.

    Wenn der Bedarf für eine Homo-Peepshow bestehen würde, wäre ich der erste der seine Hetero-Lokale darauf umstellt.

    Mfg
    Erich Reder

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