Warum ich mich vom SK Rapid Wien abwende.

Die Rapid! Als ich 1988 nach Wien kam und schlussendlich 1991 im 14. Bezirk landete, um dort einige Jahre zu leben, wurde ich bald vom Mythos Rapid erfasst. Ein Nachbar meinte, wenn man schon im 14. wohnen würde, dürfte man quasi keinen Meldezettel ausfüllen, wenn man nicht grün-weiß sei. Also ging ich ein paar Mal mit ins Stadion und wurde so zu einem Unterstützer der Hütteldorfer. Das Wort Fan fiel mir damals (und fällt mir heute) noch schwer.

Foto ©Ballesterer: Cupspiel Vienna-Rapid, 2006 auf der Hohen Warte. Die wunderbare Zeitschrift Ballesterer machte eine Reportage über einen schwulen Fußballfan – nämlich mich – in ihrer themenspezifische Ausgabe „Dieses Heft ist schwul“ (Artikel darüber online hier).
Wenn man – so wie ich – in vielen Regionen Europas aufwächst, hat man nicht die typische Biografie eines üblichen Fußballfans, der irgendwo geboren wurde und Zeit seines Lebens Anhänger eines Klubs bleibt. In den Niederlanden geboren (mit einer echten Feyenoorderin als Mutter), im Salzkammergut aufgewachsen, wo es nun nicht wirklich einen Klub gab, den ich vollen Herzens unterstützen konnte, und eben nach Wien gekommen. Oranje blieb ich freilich. Roots quasi. Aber im Klubfußball war es die Rapid, die mir sowas wie ein fußballerisches Willkommen aussprach. Ich nahm das Angebot an – integrationswillig wie ich war.

Ich gewann Freunde, Freude und feierte Feste, trauerte bei Niederlagen. Aber trotzdem gab es in Hütteldorf immer wieder etwas, das ein mulmiges Gefühl zurück ließ:

Zum einen war bald klar, dass Rapid Problemfans hat. Fans, die mehr auf Probleme, Zündeln, Gewalt und Hooliganismus wert legten und legen. Fans, die gerne T-Shirts trugen wie „Tod und Hass dem FAK“ oder die Sprüche – seien es einzeln oder gar im Chor – los ließen, die eindeutig antisemitisch, rassistisch oder homophob waren. Klar passierte es ein paar Mal, dass ich mich umdrehte und einen anderen Fan anschnauzte und sagte: „Hey, es gibt auch schwule Rapid-Fans! Was soll das?“, aber die Gruppendynamik vor Ort ist eben so, wie es ist. Man schweigt, überhört und denkt (oder hofft?), dass es sich nur um ein paar Idioten handelt und nicht der Mehrheitsmeinung entspricht.

Und genau hier liegt das Problem!

Nach dem berühmt-berüchtigten Platzsturm am 22. Mai dieses Jahres beim Wiener Derby, hatte ich komischerweise Hoffnung. Hoffnung, dass die Vereinsführung von Rapid endlich begreift, dass sie ein Problem hat. Dass die Verantwortlichen Konsequenzen ziehen, und die Probleme nicht mehr unter dem Teppich kehren. Dass es nicht sein kann, dass man Ordner engagiert, die Hass-Parolen unter ihren Jacken tragen und dass es nicht okay ist, dass immer wieder Tod, Hass oder sonstwas gepredigt wird. Dass Rapid endlich begreift, dass Fußball da ist, um den Sport selbst zu feiern – nämlich das Wunderbare am Fußball: Mannschaftsgeist und das damit zusammen hängende soziale Verhalten, das Integrative des Fußballs, die Jugend- und Nachwuchsförderung, dass es verstanden wird, dass die Gesellschaft Wiens vielfältig ist und dem entsprechend auch der Fußball, dass Papa, Mama und kleine Kinder im Hanappi-Stadion willkommen sind, und dass es nicht sein kann, dass man sich um die Sicherheit der Kinder Sorgen machen muss. Und dass man den Gegner mit Respekt behandelt, denn ohne „Gegner“ nunmal auch kein Fußball!

Und ich hoffte, dass andere Fanklubs – deren es zahlreiche gibt! – endlich aufstehen, aufbegehren und laut und deutlich sagen: So nicht! Es gibt doch grün-weiße Akademiker? Wo ist denn deren Stimme? Warum sagen die nicht endlich: wir wollen die Rapid feiern, ohne dieses ganze Gewaltding und den Hass.

Was passierte anstatt dessen?

Weder der Fanbeauftragte der Rapid, noch die Vereinsführung zogen persönliche Konsequenzen. Das Personal blieb gleich. Wetten, dass es in der Saison 2011/12 so weiter gehen wird wie bisher? Dass die selben Sprüche gesungen werden, die selben Ordner im Stadion stehen werden, die selben Fanclubs (dezimiert um ein paar Wenige, denen man halt ein Stadionverbot ausspricht, damit man das Gefühl vermittelt, eh was zu tun) gröhlen werden? Dass noch immer Hassparolen überwiegen werden? Und die anderen Fanklubs? Die scheinen total kapituliert zu haben und resignieren. Vermutlich werden sie das auch in der Zukunft machen.

Eine andere Fußballkultur ist möglich.

2002 wurde ich mit anderen Grünen Andersrum von den Freund_innen der Friedhofstribüne zu einem Spiel des Wiener Sportklubs eingeladen. Um ein Zeichen gegen Homophobie im Fußball zu setzen. Die Friedhofstribüne informierte den „gegnerischen“ Fanklub des FC Lustenau. Die Gastmannschaft wurde mit einem herzlichem Applaus begrüßt und die Fans zur anschließenden Party eingeladen. Es gab keinen einzigen Song, keinen einzigen Ruf, nichtmal einen Rülpser, der gegen den FC Lustenau gerichtet war. Ich traute meinen Augen und Ohren nicht. So etwas hatte ich echt noch nie erlebt!

Nun ist das ja mit dem Fußball so eine verflixte Sache: Anhängerschaft wechselt man ja nicht wie ein Hemd. Das „gehört sich“ einfach nicht. Also blieb ich Sympathisant des Wiener Sportklubs und ging nach wie vor zu Rapid-Spielen. Das änderte sich auch (noch) nicht, als wir 2006 beim Spiel Wiener Sportklub gegen Parndorf die Aktion wiederholten.

Doch seit dem 22.5.2011 habe ich jede Hoffnung verloren. Zumindest was Rapid betrifft. Und zwar als jemand, der daran glaubt, dass Fußball integrativ wirken kann, Aufgaben jenseits des sportlichen übernehmen kann und ein Grätzl – ja eine ganze urbane Region – zusammen bringen kann, für erwachsene Männer ebenso attraktiv sein kann, wie für Frauen und Kinder. Und dass eine Vereinsführung die verdammte Pflicht hat, Hass, Antisemitismus, Rassismus und Homophobie klar zu verurteilen.

Natürlich ist mir klar, dass der Platzsturm vor allem (auch) gegen die Vereinsführung und die enttäuschende sportliche Leistung der Rapid in der vorigen Saison gerichtet war. Aber wo soll das noch hinführen? Wollen wir wirklich eine Fußballkultur, in der Väter und Mütter Angst um die Sicherheit ihrer Kinder haben müssen? Eine Fußballkultur, in der der Gegner abschätzig und mit Hass begrüßt werden, statt mit Respekt? Der SK Rapid Wien hat in den letzten Jahren hier vollkommen versagt. Und scheint auch nicht wirklich etwas zu ändern wollen, wenn man sieht, dass das Personal das Gleiche bleibt.

Deshalb wende ich mich mit Grauen und Enttäuschung vom SK Rapid Wien ab.

Gestern war die Generalversammlung des demokratisch organisierten Wiener Sportklubs. Ich war als Gast dabei. In Vorgesprächen konnte ich meine Haltung und Meinung zur Fußballkultur im Allgemeinen und zum Sportklub im Besonderen kundtun. Und – obwohl noch (!) nicht einmal Mitglied – wurde ich gebeten kooptiert in den Vorstand des Wiener Sportklubs zu gehen.

Ich nahm das Angebot dankend an. Nicht nur wegen dem Wiener Sportklub nahm ich das Angebot gerne an. Sondern vor allem und auch, weil ich immer noch an die integrative Kraft des Fußballs glaube. Oder glauben will.

20 Gedanken zu „Warum ich mich vom SK Rapid Wien abwende.“

  1. Ein bissi einfach machst dus dir schon. Wenn auch wiener traditionsverein, hat der wsk ein deutlich überschaubareres fanpotential. Bei rapid gabs zwar keine personellen konsequenzen (trotz einiger grenzgänger in sachen fankultur), doch eine klar formulierte vorstellung der weiteren vorgehensweise. Und diese als unzureichend abzutun bevor auch nur ein spiel gespielt ist halte ich für unfair. Etwas merkwürdig ist es auch, jahrelang hinzugehen, zu „dulden“ und dann nach der medialen ausschlachtung eines vorfalls, wie es ihn hinsichtlich pyro oder schmährufen schon zigfach gab, und dem darauf folgenden gezeigten willen der verantwortlichen zur veränderung abzuspringen. Die probleme gibts nicht seit gestern und sie werden wahrscheinlich auch leider nicht bis morgen endgültig gelöst sein. Aber deshalb fähnchen im wind spielen und dem verein, dem ich als fan seit jahrzehnten zugetan bin, den rücken zuzuwenden, halte ich für keine lösung. Dann eher weiterhin zivilcourage im stadion, auch wenn nicht immer einfach ist.
    Wünsche trotzdem alles gute beim wsk.

  2. Ein bissi einfach machst dus dir schon. Wenn auch wiener traditionsverein, hat der wsk ein deutlich überschaubareres fanpotential. Bei rapid gabs zwar keine personellen konsequenzen (trotz einiger grenzgänger in sachen fankultur), doch eine klar formulierte vorstellung der weiteren vorgehensweise. Und diese als unzureichend abzutun bevor auch nur ein spiel gespielt ist halte ich für unfair. Etwas merkwürdig ist es auch, jahrelang hinzugehen, zu „dulden“ und dann nach der medialen ausschlachtung eines vorfalls, wie es ihn hinsichtlich pyro oder schmährufen schon zigfach gab, und dem darauf folgenden gezeigten willen der verantwortlichen zur veränderung abzuspringen. Die probleme gibts nicht seit gestern und sie werden wahrscheinlich auch leider nicht bis morgen endgültig gelöst sein. Aber deshalb fähnchen im wind spielen und dem verein, dem ich als fan seit jahrzehnten zugetan bin, den rücken zuzuwenden, halte ich für keine lösung. Dann eher weiterhin zivilcourage im stadion, auch wenn nicht immer einfach ist.
    Wünsche trotzdem alles gute beim wsk.

  3. Hallo Hubert!

    Glaube mir, leicht gefallen ist mir das nicht! Aber wie du richtig sagst, gibt es das Problem nicht erst seit gestern! Und was hat die Klubführung gemacht? Und wo bleibt der Aufstand der anderen Rapid-Fans? Wenn es nicht JETZT zu Veränderungen kommt, wird es das nie. Ich habe meinen Glauben verloren, würde mir aber allzu gern eines Anderen belehren lassen.

  4. Hallo Hubert!

    Glaube mir, leicht gefallen ist mir das nicht! Aber wie du richtig sagst, gibt es das Problem nicht erst seit gestern! Und was hat die Klubführung gemacht? Und wo bleibt der Aufstand der anderen Rapid-Fans? Wenn es nicht JETZT zu Veränderungen kommt, wird es das nie. Ich habe meinen Glauben verloren, würde mir aber allzu gern eines Anderen belehren lassen.

  5. marco, ich war letzte woche (am mittwoch) bei der tagung „fussball unterm hakenkreuz“, bei der rapid gastgeber war. zu mittag sind dann alle gemeinsam essen gegangen und da wurde u.a. natürlich auch über den platzsturm und die konsequenzen geredet. es ist durchaus so, dass etwas passiert, nur steht nicht alles in den medien. die maßnahmen, die seitens rapid dann verkündet wurden, werden jedenfalls heiss diskutierrt.
    du wirst ja auch die studien kennen, in denen „die dominanz eines heterosexuellen, weissen, männlichen selbstverständnisses im fusball“ festgestellt wird (siehe aktuell friedrich ebert-stiftung). dh es wird anderswo nicht so viel anders sein – aber interessant, dass eine frauen-wm ohne angriffe der „fans“ aufeinander, gegröhle und parks zupinkeln auskommt.
    ich denke, gender und diversity kommen auch im fussball und der fankultur langsam an, denn es ist sicher kein zufall, dass vieles parallel passiert (studien, bücher, diskussionen, verschiedene orte, verschiedene klubs, verschiedene länder). immerhin hat rapid seine vergangenheit aufgearbeitet und zur tagung eingeladen – das wurde dann auch jedenfalls in standard-postings als „provokation“ bezeichnet gerade wg. hooligans oder so verstanden, dass man sich asche aufs haupt streut.
    @ tagung: Fußball unterm Hakenkreuz (1)
    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2131
    @ studie Die Frauenfußball-WM hat begonnen

    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2139

  6. marco, ich war letzte woche (am mittwoch) bei der tagung „fussball unterm hakenkreuz“, bei der rapid gastgeber war. zu mittag sind dann alle gemeinsam essen gegangen und da wurde u.a. natürlich auch über den platzsturm und die konsequenzen geredet. es ist durchaus so, dass etwas passiert, nur steht nicht alles in den medien. die maßnahmen, die seitens rapid dann verkündet wurden, werden jedenfalls heiss diskutierrt.
    du wirst ja auch die studien kennen, in denen „die dominanz eines heterosexuellen, weissen, männlichen selbstverständnisses im fusball“ festgestellt wird (siehe aktuell friedrich ebert-stiftung). dh es wird anderswo nicht so viel anders sein – aber interessant, dass eine frauen-wm ohne angriffe der „fans“ aufeinander, gegröhle und parks zupinkeln auskommt.
    ich denke, gender und diversity kommen auch im fussball und der fankultur langsam an, denn es ist sicher kein zufall, dass vieles parallel passiert (studien, bücher, diskussionen, verschiedene orte, verschiedene klubs, verschiedene länder). immerhin hat rapid seine vergangenheit aufgearbeitet und zur tagung eingeladen – das wurde dann auch jedenfalls in standard-postings als „provokation“ bezeichnet gerade wg. hooligans oder so verstanden, dass man sich asche aufs haupt streut.
    @ tagung: Fußball unterm Hakenkreuz (1)
    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2131
    @ studie Die Frauenfußball-WM hat begonnen

    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=2139

  7. Hallo Alexandra,
    ich befürworte natürlich solche Tagungen! Aber ich habe halt die Befürchtung, dass solche Tagungen auch ein bissl Augenauswischerei ist, solange nicht auch jetzt, heute, konkret etwas gegen Ausgrenzung unternommen wird.

  8. Hallo Alexandra,
    ich befürworte natürlich solche Tagungen! Aber ich habe halt die Befürchtung, dass solche Tagungen auch ein bissl Augenauswischerei ist, solange nicht auch jetzt, heute, konkret etwas gegen Ausgrenzung unternommen wird.

  9. Weils so klingt als hätt von rapid niemand muh oder mäh gemacht: http://derstandard.at/1304554399915/Wortlaut-Zehn-Punkte-Massnahmenkatalog
    (was nicht heissen soll dass damit schon alles supitoll ist)

    Du bist (warst) einer der „anderen“ rapid-fans. Dein aufstand äußert sich im abwenden. Bzw wie stellst du dir den aufstand der anderen vor? Vor allem jetzt in der sommerpause? Dem ganzen bis in den herbst eine chance geben wär meiner ansicht nach das mindeste.

    Und ein bisschen klingts auch nach ausflüchten, weil „tätig“ beim wsk und bekennender rapidler passt halt auch nicht so gut. Wo rapid jetzt auch in einer breiten öffentlichkeit sehr negativ besetzt ist, weil genauer damit auseinandersetzten ist auch so mühsam. Platzsturm, hooligans, böller und feuer…das reicht. Ist eben nicht mehr so cool wie 95/96, 2005, 2008… (ist nicht so angriffig und persönlich gemeint wies klingt und nicht allein auf dich bezogen).

    Aber egal. Jedem sei die wahl seines herzensvereins ungenommen.

  10. Weils so klingt als hätt von rapid niemand muh oder mäh gemacht: http://derstandard.at/1304554399915/Wortlaut-Zehn-Punkte-Massnahmenkatalog
    (was nicht heissen soll dass damit schon alles supitoll ist)

    Du bist (warst) einer der „anderen“ rapid-fans. Dein aufstand äußert sich im abwenden. Bzw wie stellst du dir den aufstand der anderen vor? Vor allem jetzt in der sommerpause? Dem ganzen bis in den herbst eine chance geben wär meiner ansicht nach das mindeste.

    Und ein bisschen klingts auch nach ausflüchten, weil „tätig“ beim wsk und bekennender rapidler passt halt auch nicht so gut. Wo rapid jetzt auch in einer breiten öffentlichkeit sehr negativ besetzt ist, weil genauer damit auseinandersetzten ist auch so mühsam. Platzsturm, hooligans, böller und feuer…das reicht. Ist eben nicht mehr so cool wie 95/96, 2005, 2008… (ist nicht so angriffig und persönlich gemeint wies klingt und nicht allein auf dich bezogen).

    Aber egal. Jedem sei die wahl seines herzensvereins ungenommen.

  11. Apropos „Und zwar als jemand, der daran glaubt, dass Fußball integrativ wirken kann“, gibt es viele Studien, die zeigen, dass es ein reines Märchen ist, um Subventionen zu bekommen.

    Aus meinem Vortrag vom 26. März 2008, „Fußball, die emotionelle Seuche“:
    In einem Verein zu spielen, es ist zwar besser als drogensüchtig oder kriminell zu werden, man soll aber nicht glauben, dass es die Integration fördert. Empirische soziologischen Studien haben in Gegenteil gezeigt, dass es der Integration nichts bringt. Türke spielen in türkischen Vereine, Serben in serbischen Vereine usw.

    Diethelm Blecking, „Sport and the Integration of Minorites: A Historical Case Study“ in (Merkel & Tokarski 1996).
    • Beispiel Polnische Sport in der Ruhr, 1899-1939
    • Als Integrationsmittel gelobt, und dafür finanziert, aber in der Tat als Segregationsmittel.
    • Türkische Sport in Berlin: zwischen 1979 u. 1983, von 1263 bis 3123 türkisch Sportvereine. In 1983, 45{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} alle Türken zogen vor, in einer Türkische Vereine zu spielen. Die Gettoisierung wurde noch stärker nach dem Beitritt der DDR zur BRD.
    (aus Merkel, Udo u. Walter Tokarski (Hg.), Racism and xenophobia in European football, Meyer und Meyer Verlag, Aachen, 1996).

    Die Presse, 26.3.2008
    ————————————–
    „Profi-Fußball ist komplett verdorben“
    ————————————–
    Vortrag. Spitzen-Fußball, ein friedliches Fest? Alles Lüge. Doping, Korruption, Gewalt und Profitgier prägen das Business, behauptet der französische Kultursoziologe Jérôme Segal bei einem Vortrag in Wien.

    Wien (jule). Der Mittwochabend war für den französischen Kultursoziologen Jérôme Ségal ein Kampf gegen Windmühlen. 40.500 Zuschauer verfolgten das Freundschaftsspiel Österreich gegen Holland im Stadion, mehr als eine Million vor dem Fernsehschirm. Gerade vier Interessierte waren an die Volkshochschule Floridsdorf zu Segals Vortrag „Fußball, die emotionelle Seuche“ gekommen.

    So polemisch wie der Titel waren dann auch die Ausführungen Segals, der derzeit an der philosophischen Fakultät der Uni Wien lehrt. „Fußball“, sagte er in Anspielung auf Karl Marx, „ist das Opium des Volkes“. Der historische Beleg laut Segal: Vor dem zweiten Weltkrieg sei Fußball nicht sehr populär gewesen. Erst mit dem Kapitalismus habe sich die Frage gestellt, wie man die Arbeiter von ihrer misslichen Lage ablenken könne. Die Lösung, wie schon im alten Rom: Brot und Spiele. Besonders auffällig sei diese Schema on Diktaturen: Franko und Hitler etwa hätten gleich nach ihrer Machtergreifung neue Stadien gebaut.

    „Merkmale von Diktaturen“

    Auch sonst will Segal viele Merkmale von Diktaturen beim Profi-Fußball entdeckt haben:
    ► Idealisierung: Die Spieler würden als Helden dargestellt, denen folglich auch alles verziehen werden muss. Als der Argentinier Diego Maradona in den Neunzigern wegen Dopings gesperrt wurde, wurde der Weltfußballverband Fifa von Fans und Medien angefeindet. Seitdem halte sie sich bei Dopingfällen mit Strafen zurück; es wird argumentiert, dass die Technik sowieso wichtiger sei als die Kondition. Auch dass dem Italiener Fabio Cannavaro Doping nachgewiesen wurde verhinderte nicht dessen Wahl zum Weltfußballer 2006. Und: Bei der WM 2006 habe es keine einzige Doping-Kontrolle gegeben.

    ► Verschleierung: Korruption im Profi-Fußball sei zwar weltweit Thema, werde aber nur selten geahndet (etwa der Schmiergeld-Skandal rund um den Bau der Münchner Allianz Arena). It’s the money, stupid! Geld scheint dann auch mehr wert als die Moral.
    Während den Jungen in Südamerika oder Afrika die Profikicker-Karriere als Weg aus der Armut verkauft werde, betrieben die Talent-Scouts nichts anderes als moderne Sklaverei. Um die Zukunftshoffnungen nach Europa zu bringen, würden Clubs von Weltruf dieselben Netzwerke nutzen, die Frauenhandel betreiben.
    Seien die Jungen erst – auf Kosten der Familie – nach Europa eingeflogen, würden gerade einmal 2,43 Prozent (Beispiel: Paris Saint Germain) tatsächlich eine Karriere als Profi-Fußballer machen. „Der Rest macht kleine Jobs, wird obdachlos“, so Segal.

    ► Illusion: Hooligans seien ein Phänomen, dass es nur im Fußball gebe. Die Gründe beschreibt Segal so: Den Zuschauern werde vermittelt, sie seien dabei, wie Geschichte geschrieben werde, „obwohl bloß 22 Männer hinter einem Ball herjagen“. Das erzeuge starke Emotionen, die sich in Gewalt entladen könnten. Bei einem der bisher schlimmsten Zusammenstöße, 1985 im Heysel-Stadion (Brüssel), gab es 39 Tote und 600 Verletzte. Aktueller ist der Fall des Gendarmen Daniel Nivel, der bei der WM 1998 in Frankreich von Hooligans fast totgeprügelt wurde.
    Dazu käme, dass Nationalismus, Rassismus und Homophobie nicht unterbunden würden. Es gibt zwar Initiativen wie „Football Against Racism“. In der Praxis, bringt Segal ein aktuelles Beispiel aus Frankreich, greife der Schiedsrichter aber nicht einmal ein, wenn einem Spieler 45 Minuten zugerufen werde „Affe, geh zurück auf deinen Baum“. Sein Fazit: „Profi-Fußball ist komplett verdorben.“

  12. Apropos „Und zwar als jemand, der daran glaubt, dass Fußball integrativ wirken kann“, gibt es viele Studien, die zeigen, dass es ein reines Märchen ist, um Subventionen zu bekommen.

    Aus meinem Vortrag vom 26. März 2008, „Fußball, die emotionelle Seuche“:
    In einem Verein zu spielen, es ist zwar besser als drogensüchtig oder kriminell zu werden, man soll aber nicht glauben, dass es die Integration fördert. Empirische soziologischen Studien haben in Gegenteil gezeigt, dass es der Integration nichts bringt. Türke spielen in türkischen Vereine, Serben in serbischen Vereine usw.

    Diethelm Blecking, „Sport and the Integration of Minorites: A Historical Case Study“ in (Merkel & Tokarski 1996).
    • Beispiel Polnische Sport in der Ruhr, 1899-1939
    • Als Integrationsmittel gelobt, und dafür finanziert, aber in der Tat als Segregationsmittel.
    • Türkische Sport in Berlin: zwischen 1979 u. 1983, von 1263 bis 3123 türkisch Sportvereine. In 1983, 45{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} alle Türken zogen vor, in einer Türkische Vereine zu spielen. Die Gettoisierung wurde noch stärker nach dem Beitritt der DDR zur BRD.
    (aus Merkel, Udo u. Walter Tokarski (Hg.), Racism and xenophobia in European football, Meyer und Meyer Verlag, Aachen, 1996).

    Die Presse, 26.3.2008
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    „Profi-Fußball ist komplett verdorben“
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    Vortrag. Spitzen-Fußball, ein friedliches Fest? Alles Lüge. Doping, Korruption, Gewalt und Profitgier prägen das Business, behauptet der französische Kultursoziologe Jérôme Segal bei einem Vortrag in Wien.

    Wien (jule). Der Mittwochabend war für den französischen Kultursoziologen Jérôme Ségal ein Kampf gegen Windmühlen. 40.500 Zuschauer verfolgten das Freundschaftsspiel Österreich gegen Holland im Stadion, mehr als eine Million vor dem Fernsehschirm. Gerade vier Interessierte waren an die Volkshochschule Floridsdorf zu Segals Vortrag „Fußball, die emotionelle Seuche“ gekommen.

    So polemisch wie der Titel waren dann auch die Ausführungen Segals, der derzeit an der philosophischen Fakultät der Uni Wien lehrt. „Fußball“, sagte er in Anspielung auf Karl Marx, „ist das Opium des Volkes“. Der historische Beleg laut Segal: Vor dem zweiten Weltkrieg sei Fußball nicht sehr populär gewesen. Erst mit dem Kapitalismus habe sich die Frage gestellt, wie man die Arbeiter von ihrer misslichen Lage ablenken könne. Die Lösung, wie schon im alten Rom: Brot und Spiele. Besonders auffällig sei diese Schema on Diktaturen: Franko und Hitler etwa hätten gleich nach ihrer Machtergreifung neue Stadien gebaut.

    „Merkmale von Diktaturen“

    Auch sonst will Segal viele Merkmale von Diktaturen beim Profi-Fußball entdeckt haben:
    ► Idealisierung: Die Spieler würden als Helden dargestellt, denen folglich auch alles verziehen werden muss. Als der Argentinier Diego Maradona in den Neunzigern wegen Dopings gesperrt wurde, wurde der Weltfußballverband Fifa von Fans und Medien angefeindet. Seitdem halte sie sich bei Dopingfällen mit Strafen zurück; es wird argumentiert, dass die Technik sowieso wichtiger sei als die Kondition. Auch dass dem Italiener Fabio Cannavaro Doping nachgewiesen wurde verhinderte nicht dessen Wahl zum Weltfußballer 2006. Und: Bei der WM 2006 habe es keine einzige Doping-Kontrolle gegeben.

    ► Verschleierung: Korruption im Profi-Fußball sei zwar weltweit Thema, werde aber nur selten geahndet (etwa der Schmiergeld-Skandal rund um den Bau der Münchner Allianz Arena). It’s the money, stupid! Geld scheint dann auch mehr wert als die Moral.
    Während den Jungen in Südamerika oder Afrika die Profikicker-Karriere als Weg aus der Armut verkauft werde, betrieben die Talent-Scouts nichts anderes als moderne Sklaverei. Um die Zukunftshoffnungen nach Europa zu bringen, würden Clubs von Weltruf dieselben Netzwerke nutzen, die Frauenhandel betreiben.
    Seien die Jungen erst – auf Kosten der Familie – nach Europa eingeflogen, würden gerade einmal 2,43 Prozent (Beispiel: Paris Saint Germain) tatsächlich eine Karriere als Profi-Fußballer machen. „Der Rest macht kleine Jobs, wird obdachlos“, so Segal.

    ► Illusion: Hooligans seien ein Phänomen, dass es nur im Fußball gebe. Die Gründe beschreibt Segal so: Den Zuschauern werde vermittelt, sie seien dabei, wie Geschichte geschrieben werde, „obwohl bloß 22 Männer hinter einem Ball herjagen“. Das erzeuge starke Emotionen, die sich in Gewalt entladen könnten. Bei einem der bisher schlimmsten Zusammenstöße, 1985 im Heysel-Stadion (Brüssel), gab es 39 Tote und 600 Verletzte. Aktueller ist der Fall des Gendarmen Daniel Nivel, der bei der WM 1998 in Frankreich von Hooligans fast totgeprügelt wurde.
    Dazu käme, dass Nationalismus, Rassismus und Homophobie nicht unterbunden würden. Es gibt zwar Initiativen wie „Football Against Racism“. In der Praxis, bringt Segal ein aktuelles Beispiel aus Frankreich, greife der Schiedsrichter aber nicht einmal ein, wenn einem Spieler 45 Minuten zugerufen werde „Affe, geh zurück auf deinen Baum“. Sein Fazit: „Profi-Fußball ist komplett verdorben.“

  13. Apropos „Und zwar als jemand, der daran glaubt, dass Fußball integrativ wirken kann“, gibt es viele Studien, die zeigen, dass es ein reines Märchen ist, um Subventionen zu bekommen.

    Aus meinem Vortrag vom 26. März 2008, „Fußball, die emotionelle Seuche“:
    In einem Verein zu spielen, es ist zwar besser als drogensüchtig oder kriminell zu werden, man soll aber nicht glauben, dass es die Integration fördert. Empirische soziologischen Studien haben in Gegenteil gezeigt, dass es der Integration nichts bringt. Türke spielen in türkischen Vereine, Serben in serbischen Vereine usw.

    Diethelm Blecking, „Sport and the Integration of Minorites: A Historical Case Study“ in (Merkel & Tokarski 1996).
    • Beispiel Polnische Sport in der Ruhr, 1899-1939
    • Als Integrationsmittel gelobt, und dafür finanziert, aber in der Tat als Segregationsmittel.
    • Türkische Sport in Berlin: zwischen 1979 u. 1983, von 1263 bis 3123 türkisch Sportvereine. In 1983, 45{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} alle Türken zogen vor, in einer Türkische Vereine zu spielen. Die Gettoisierung wurde noch stärker nach dem Beitritt der DDR zur BRD.
    (aus Merkel, Udo u. Walter Tokarski (Hg.), Racism and xenophobia in European football, Meyer und Meyer Verlag, Aachen, 1996).

    Die Presse, 26.3.2008
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    „Profi-Fußball ist komplett verdorben“
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    Vortrag. Spitzen-Fußball, ein friedliches Fest? Alles Lüge. Doping, Korruption, Gewalt und Profitgier prägen das Business, behauptet der französische Kultursoziologe Jérôme Segal bei einem Vortrag in Wien.

    Wien (jule). Der Mittwochabend war für den französischen Kultursoziologen Jérôme Ségal ein Kampf gegen Windmühlen. 40.500 Zuschauer verfolgten das Freundschaftsspiel Österreich gegen Holland im Stadion, mehr als eine Million vor dem Fernsehschirm. Gerade vier Interessierte waren an die Volkshochschule Floridsdorf zu Segals Vortrag „Fußball, die emotionelle Seuche“ gekommen.

    So polemisch wie der Titel waren dann auch die Ausführungen Segals, der derzeit an der philosophischen Fakultät der Uni Wien lehrt. „Fußball“, sagte er in Anspielung auf Karl Marx, „ist das Opium des Volkes“. Der historische Beleg laut Segal: Vor dem zweiten Weltkrieg sei Fußball nicht sehr populär gewesen. Erst mit dem Kapitalismus habe sich die Frage gestellt, wie man die Arbeiter von ihrer misslichen Lage ablenken könne. Die Lösung, wie schon im alten Rom: Brot und Spiele. Besonders auffällig sei diese Schema on Diktaturen: Franko und Hitler etwa hätten gleich nach ihrer Machtergreifung neue Stadien gebaut.

    „Merkmale von Diktaturen“

    Auch sonst will Segal viele Merkmale von Diktaturen beim Profi-Fußball entdeckt haben:
    ► Idealisierung: Die Spieler würden als Helden dargestellt, denen folglich auch alles verziehen werden muss. Als der Argentinier Diego Maradona in den Neunzigern wegen Dopings gesperrt wurde, wurde der Weltfußballverband Fifa von Fans und Medien angefeindet. Seitdem halte sie sich bei Dopingfällen mit Strafen zurück; es wird argumentiert, dass die Technik sowieso wichtiger sei als die Kondition. Auch dass dem Italiener Fabio Cannavaro Doping nachgewiesen wurde verhinderte nicht dessen Wahl zum Weltfußballer 2006. Und: Bei der WM 2006 habe es keine einzige Doping-Kontrolle gegeben.

    ► Verschleierung: Korruption im Profi-Fußball sei zwar weltweit Thema, werde aber nur selten geahndet (etwa der Schmiergeld-Skandal rund um den Bau der Münchner Allianz Arena). It’s the money, stupid! Geld scheint dann auch mehr wert als die Moral.
    Während den Jungen in Südamerika oder Afrika die Profikicker-Karriere als Weg aus der Armut verkauft werde, betrieben die Talent-Scouts nichts anderes als moderne Sklaverei. Um die Zukunftshoffnungen nach Europa zu bringen, würden Clubs von Weltruf dieselben Netzwerke nutzen, die Frauenhandel betreiben.
    Seien die Jungen erst – auf Kosten der Familie – nach Europa eingeflogen, würden gerade einmal 2,43 Prozent (Beispiel: Paris Saint Germain) tatsächlich eine Karriere als Profi-Fußballer machen. „Der Rest macht kleine Jobs, wird obdachlos“, so Segal.

    ► Illusion: Hooligans seien ein Phänomen, dass es nur im Fußball gebe. Die Gründe beschreibt Segal so: Den Zuschauern werde vermittelt, sie seien dabei, wie Geschichte geschrieben werde, „obwohl bloß 22 Männer hinter einem Ball herjagen“. Das erzeuge starke Emotionen, die sich in Gewalt entladen könnten. Bei einem der bisher schlimmsten Zusammenstöße, 1985 im Heysel-Stadion (Brüssel), gab es 39 Tote und 600 Verletzte. Aktueller ist der Fall des Gendarmen Daniel Nivel, der bei der WM 1998 in Frankreich von Hooligans fast totgeprügelt wurde.
    Dazu käme, dass Nationalismus, Rassismus und Homophobie nicht unterbunden würden. Es gibt zwar Initiativen wie „Football Against Racism“. In der Praxis, bringt Segal ein aktuelles Beispiel aus Frankreich, greife der Schiedsrichter aber nicht einmal ein, wenn einem Spieler 45 Minuten zugerufen werde „Affe, geh zurück auf deinen Baum“. Sein Fazit: „Profi-Fußball ist komplett verdorben.“

  14. Sehr interessant!

    Aber wozu ist dieses „Fußball“ eigentlich da?
    Warum sind dort mehr Randallierer als anderswo?
    Warum sind dort aber auch viel mehr Rollstuhlfahrer als anderswo?
    Warum ist das bei großen Mannschaften verstärkt der Fall, also eher ein Problem?

    Wenn jemand ein Problemkind in seiner Familie hat, ein nicht „pflegeleichtes“, was tun mit dem, wenn traditionelle Erziehungsmuster versagen? Wie kommt man mit dem in Kontakt? Zum Beispiel mit dem Kevin aus der Folge „Am Schauplatz“ von Ed Moschitz?

    Sich abwenden, ist für alle diese Menschen keine Lösung, genau so, wie es keine Lösung ist, diese Gruppen auszusperren. Man muss sich als Verein diesem Problem stellen und man muss auch seitens der Stadt Unterstützung dafür erwarten können.

    Wir, die wir dennoch zu Rapidspielen gehen, tragen dazu bei, dass vielleicht auch die Problemkinder dereinst sozialisiert werden.

    Es ist nicht überraschend, dass ein kleinerer Verein mit solchen Randgruppen keine Probleme und diese nicht in seinen Reihen hat. Kevin hält sich ja auch keinen Pudel sondern einen ansehnlichen Staffordshire. Daher ist er auch bei Rapid und nicht beim Sportklub. Und vielleicht trägt Rapid dazu bei, dass er einmal keinen Kampfhund – und vielleicht auch Rapid nicht mehr benötigt.

  15. Sehr interessant!

    Aber wozu ist dieses „Fußball“ eigentlich da?
    Warum sind dort mehr Randallierer als anderswo?
    Warum sind dort aber auch viel mehr Rollstuhlfahrer als anderswo?
    Warum ist das bei großen Mannschaften verstärkt der Fall, also eher ein Problem?

    Wenn jemand ein Problemkind in seiner Familie hat, ein nicht „pflegeleichtes“, was tun mit dem, wenn traditionelle Erziehungsmuster versagen? Wie kommt man mit dem in Kontakt? Zum Beispiel mit dem Kevin aus der Folge „Am Schauplatz“ von Ed Moschitz?

    Sich abwenden, ist für alle diese Menschen keine Lösung, genau so, wie es keine Lösung ist, diese Gruppen auszusperren. Man muss sich als Verein diesem Problem stellen und man muss auch seitens der Stadt Unterstützung dafür erwarten können.

    Wir, die wir dennoch zu Rapidspielen gehen, tragen dazu bei, dass vielleicht auch die Problemkinder dereinst sozialisiert werden.

    Es ist nicht überraschend, dass ein kleinerer Verein mit solchen Randgruppen keine Probleme und diese nicht in seinen Reihen hat. Kevin hält sich ja auch keinen Pudel sondern einen ansehnlichen Staffordshire. Daher ist er auch bei Rapid und nicht beim Sportklub. Und vielleicht trägt Rapid dazu bei, dass er einmal keinen Kampfhund – und vielleicht auch Rapid nicht mehr benötigt.

  16. Toller Kommentar – dem ich inhaltlich voll und ganz zustimmen kann!

    Bin seit meiner Kindheit Rapid-Fan und lebe schon seit einigen Jahren in Hernals und bin mittlerweile öfter bei den Sportklub-Heimspielen als im Hanappi Stadion. Die Atmosphäre ist einfach so viel angenehmer in Dornbach. Rapid verfolge ich seit zwei, drei Jahren größtenteils nur im TV, weil ich mich mit gewissen Facetten der Fankultur im Hanappi einfach überhaupt nicht identifizieren kann – diese Einstellung wurde am 22.5. zu 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} bestätigt. Es tut mir weh, dass ich Rapid eigentlich nur mehr über TV und Internet verfolge, aber ich möchte einfach nicht in ein Stadion gehen, in dem Vereinsschädiger und gewaltbereite „Fans“ ihre Aggressionen ausleben.

    Wenn angesprochene „Fans“ aus Hütteldorf weg sind, wird vielleicht auch ein Stadionbesuch bei Rapid wieder interessant für mich.

  17. Toller Kommentar – dem ich inhaltlich voll und ganz zustimmen kann!

    Bin seit meiner Kindheit Rapid-Fan und lebe schon seit einigen Jahren in Hernals und bin mittlerweile öfter bei den Sportklub-Heimspielen als im Hanappi Stadion. Die Atmosphäre ist einfach so viel angenehmer in Dornbach. Rapid verfolge ich seit zwei, drei Jahren größtenteils nur im TV, weil ich mich mit gewissen Facetten der Fankultur im Hanappi einfach überhaupt nicht identifizieren kann – diese Einstellung wurde am 22.5. zu 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} bestätigt. Es tut mir weh, dass ich Rapid eigentlich nur mehr über TV und Internet verfolge, aber ich möchte einfach nicht in ein Stadion gehen, in dem Vereinsschädiger und gewaltbereite „Fans“ ihre Aggressionen ausleben.

    Wenn angesprochene „Fans“ aus Hütteldorf weg sind, wird vielleicht auch ein Stadionbesuch bei Rapid wieder interessant für mich.

  18. Toller Kommentar – dem ich inhaltlich voll und ganz zustimmen kann!

    Bin seit meiner Kindheit Rapid-Fan und lebe schon seit einigen Jahren in Hernals und bin mittlerweile öfter bei den Sportklub-Heimspielen als im Hanappi Stadion. Die Atmosphäre ist einfach so viel angenehmer in Dornbach. Rapid verfolge ich seit zwei, drei Jahren größtenteils nur im TV, weil ich mich mit gewissen Facetten der Fankultur im Hanappi einfach überhaupt nicht identifizieren kann – diese Einstellung wurde am 22.5. zu 100{6f8c26ad3fabc3ab9e5403d0d68a89bc5a2f8a366172fd8ffa8095b282dbc8a7} bestätigt. Es tut mir weh, dass ich Rapid eigentlich nur mehr über TV und Internet verfolge, aber ich möchte einfach nicht in ein Stadion gehen, in dem Vereinsschädiger und gewaltbereite „Fans“ ihre Aggressionen ausleben.

    Wenn angesprochene „Fans“ aus Hütteldorf weg sind, wird vielleicht auch ein Stadionbesuch bei Rapid wieder interessant für mich.

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