10 Gründe am 7.6. Grün zu wählen.

Ja, ich weiß: Die Grünen haben in den letzten Monaten nicht immer eine optimale Performance geliefert. Sehe ich auch so. Ja, es gab personelle Wahlen, die nicht jedem (und eingeschränkt auch nicht jeder) gefiel. Nebenbei wurde Grün-Bashing zum allseits beliebten Spiel, ohne auf Inhalte zu achten. Trotzdem soll am 7. Juni gewählt werden. Hinzu kommt: In den heimischen Medien wird die EP-Wahl thematisch reduziert: Glühbirnen, Grenzen, Sicherheit, Türkei.
Dabei erleben wir zwei Riesenkrisen: Klimawandel und Wirtschaftskrise. Beides wäre gemeinsam lösbar, das eine hat mit dem anderen zu tun, ja sogar Migration kann hier thematisch noch hinzugefügt werden! Und hier gilt es europäische Maßstäbe zu setzen, gesamtheitlich zu handeln.
Ich kandidiere ebenfalls auf der Grünen Liste. Zwar „nur“ solidarisch auf Platz 32. Aber trotzdem würde ich, wenn ich ein enttäuschter Grüner wäre, voller Leidenschaft Grün wählen. Warum?
1. Weil wir nachhaltiges Wirtschaften brauchen.
Die derzeitige Wirtschaftskrise wurde in den letzten Monaten überall abgehandelt, daher gehe ich auf Details nicht mehr ein. Was aber noch offen ist: Welche Lehren ziehen wir daraus? Die Grünen sind die einzigen die Wirtschaften mit Lebensqualität und Gerechtigkeit verknüpfen, und dabei auch die ökologischen Komponente mitdenkt. Investitionen und Konjunkturmaßnahmen können auch weiter wirken:
2. Investitionen in eine andere Energiepolitik sind wirtschaftlich und ökologisch.
Die Technologie ist da. Man muss sie nur nützen. Die Grünen sind die einzigen, die das begriffen haben. In der Architektur, in der Autobranche, im öffentlichen Verkehr, in  der Energiegewinnung: Überall wissen Wissenschafter_innen, wie es geht. Was fehlt sind die Investitionen, ist der Durchbruch. Eine Grüne Stimme ist auch ein Tritt in den Allerwertesten der anderen Politiker_innen: Tut was! Es würde neue Branchen stärken und enorm viele Arbeitsplätze schaffen.
3. Eine Stimme für Grün ist eine europäische Stimme.
Die Grünen treten nicht als österreichische Grüne an. Das mag am Stimmzettel so aussehen, denn die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind, wie sie sind. Aber die European Greens haben ein gemeinsamen Projekt entwickelt, eine gemeinsame Partei, ein gemeinsames Wollen und ein gemeinsames Programm. Wer Ulrike Lunacek, Eva Lichtenberger, Monika Vana oder andere Grüne Kandidat_innen wählt, wählt Grün vom Nordkap bis Malta, mit all seinen Ecken und Kanten (Cohn-Bendit um nur einen zu nennen!).
4. Grün wählen ist sozial wählen.
„Ich war mein Lebtag ein Roter, deshalb wähle ich grün“, sagte Otto Tausig im letzten Nationalratswahlkampf. Für die EP-Wahl gilt das umso mehr. Denn die Union auch mit sozialen Standards auszustatten, bedeutet nicht nur eine Stärkung des Sozialen innerhalb Europas, sondern hätte globale Strahlkraft und Einfluss auf die Weltpolitik.
5. Menschenrechte stärken geht nur mit Grün. Auch gegen Martin Graf und co.
Keine andere Partei setzt sich so für die Menschenrechte ein, wie es die Grünen tun. Und hier meine ich Menschenrechte im weitesten Sinne: Frauenpolitik, Lesben- und Schwulenpolitik, Umgang mit ethnischen und anderen Minderheiten… Grün wählen ist daher die stärkste und beste Antwort gegen Rechts, Hetze, Menschenverachtung. Es ist eine Stimme für die Menschenwürde, gepaart mit historischer Verantwortung.
6. Aufklärung wählen. Demokratie stärken.
Die europäische Aufklärung ist noch nicht beendet. Ganz im Gegenteil. Rechte und fundamentalistische Kräfte – egal ob nationalistisch, islamistisch, fundamentalkatholisch u.ä. – greifen Errungenschaften der Aufklärung an. Die Demokratie ist ein Work In Progress. Gerade Europa fehlt es an allen Enden und Ecken an Demokratie und Transparenz. Die Grünen sind es, die diese Demokratie stärken wollen und unermüdlich daran arbeiten wollen – mit dem Wissen, dass es nie beendet sein wird.
7. Ja zu Europa!
Grün wählen ist ein ein deutliches Ja zu Europa. Es ist sicher auch ein kritisches Ja, denn die Europäische Union braucht frischen Wind, Wandel und eine Identität. Die Grünen sind diejenigen, die Europa hinterfragen, diskutieren und dazu einladen, mitzumachen. Es sind auch die Grünen, die globale Entwicklungen mitdenken, demokratische und menschenrechtspolitische Reformen in der Türkei mit ermöglichen, weil verhandelt wird. Geben wir Europa diese Chance.
8. Globale Gerechtigkeit wählen!
Europa ist stärker, als Europa glaubt. Europäische Maßnahmen werden außerhalb des Kontinents oft mehr wahrgenommen, als in unserer eigenen Wahrnehmung. Die Grünen haben eine globale Sichtweise zu Ökonomie und Ökologie. Den Grünen ist bewusst, dass nur durch mehr Gerechtigkeit und Fairness ein globaler Bruch mit unermesslichen Folgen verhinderbar ist. Globale Gerechtigkeit und Zugang zu Ressourcen ist die beste Antwort auf Migration – Hetze und Ausgrenzung schürt die Konflikte.
9. Queer und feministisch wählen!
Jahrhunderte wurde Europa von Männern regiert. Vorwiegend von heterosexuellen, weißen Männern. Das sollen sie ruhig auch weiter tun, aber nicht mehr alleine. Die Machtfrage und die Frage der ökonomischen Verhältnisse ist keine Kleinigkeit. Hier geht es nicht um lästige „Frauen, die Männer aushebeln“ wollen, auch nicht um die Entmachtung von Männern. Es geht um Gerechtigkeit. Es geht darum, dass es mehr Geschlechter gibt, die mitbestimmen können und wollen. Es geht darum, dass es mehr Lebenskonzepte gibt, als nur eine religiös und kulturell vorgegebene. Es geht um diese Botschaft: Alle sind wertvoll. Jede_r hat eine Stimme, niemand hat eine stärkere.
10. Bildung, Forschung und Zukunft wählen.
Denken wir zuletzt nicht an uns, unsere Bedürfnisse, unsere Notwendigkeiten, unserem momentanen Gemütszustand, sondern an die nächste und übernächste Generation. In welcher Welt wollen wir sie leben sehen? Eben. Um die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen braucht es Bildung, Forschung und Entwicklung. Die Grünen waren uns sind immer noch die Bildungspartei Nummer Eins. Europa könnte die Nummer Eins in der Welt sein. Dieses bescheidene Ziel haben die Grünen.
Am 7.6. Grün wählen ist klug. Dass der eine oder die andere dabei Bauchweh hat, verstehe ich. Helft uns trotzdem, damit wir helfen können…
Übrigens: Financial Times (hier) und The Guardian (hier) empfehlen ebenso: Wählt Grün.

6 Gedanken zu „10 Gründe am 7.6. Grün zu wählen.“

  1. ich finde es gut, daß sie indirekt die voggenhuber sache erwähnen. in wahrheit ist es aber lächerlich. all diese angeblichen grün-symphatisanten, die wegen voggenhuber diesmal nicht grün wählen wollen – um dann was zu wählen? frage ich mich.

    die andern parteien, die listen nichtmal demokratisch wählen? wo es nur um hausmacht und symphatien mit den möchtigen ankommt – oder wie in der wiener spö auc noch, ob du eh zur familie gehörst, verwandt bist oder eh mit jemandem genehmen zusammen bist? geh bitte.

    die leute, die wegen voggenhuber grün nicht wählen, interessieren sich ja eh nicht für inhalte. daher gut, dass hier einige davon zusammengefasst sind.

    ich hätte voggenhuber gewählt. ich wähle auch lunacek, die mir noch wesentlich symphatischer ist.

  2. ich finde es gut, daß sie indirekt die voggenhuber sache erwähnen. in wahrheit ist es aber lächerlich. all diese angeblichen grün-symphatisanten, die wegen voggenhuber diesmal nicht grün wählen wollen – um dann was zu wählen? frage ich mich.

    die andern parteien, die listen nichtmal demokratisch wählen? wo es nur um hausmacht und symphatien mit den möchtigen ankommt – oder wie in der wiener spö auc noch, ob du eh zur familie gehörst, verwandt bist oder eh mit jemandem genehmen zusammen bist? geh bitte.

    die leute, die wegen voggenhuber grün nicht wählen, interessieren sich ja eh nicht für inhalte. daher gut, dass hier einige davon zusammengefasst sind.

    ich hätte voggenhuber gewählt. ich wähle auch lunacek, die mir noch wesentlich symphatischer ist.

  3. Ich habe ja den Eindruck, dass man in Österreich einfach nicht zwischen der Innenpolitik und Europa unterscheiden kann oder will.

    Aber wenn man sich so umschaut, dürfte das in GB und NL nicht anders gewesen sein – obwohl ich mich nicht wirklich mit der Wahlwerbung dort auseinandergesetzt habe.

    Zumindest in AUT war der gesamte "Wahlkampf" jedenfalls ein Trauerspiel. Keine Rede von Europa, keine Visionen, keine Antworten auf die wesentlichen Fragen – hallo! aufwachen, Wirtschaftskrise! außerdem steuern wir im Eiltempo auf eine ökologische Katastrophe zu – auch wenn das nur allzugern ignoriert wird.

    MMn gibt es überhaupt gar keine Alternative als das Kreuz bei Grün zu machen.
    Die Grünen arbeiten gut zusammen in Europa, es gibt so etwas wie europäische Grüne – bei den anderen Parteien bin ich mir da nicht so sicher. Oft nur ein zusammengewürfelter Haufen von Abgeordneten die ausschließlich nationale Interessen verfolgen.

    Außerdem erkennen die Grünen als einzige welches die großen Fragen dieser Zeit sind.

    Ich hoffe die Österreicher können ihre typische "Mir san mir"-Mentalität mal kurz beiseite legen und erkennen, dass sich die großen Probleme nur auf europäischer Ebene lösen lassen.

    Es geht um die Zusammensetzung eines europäischen Parlaments für die nächsten Jahre – warum hab ich den Eindruck, dass das vielen gar nicht bewusst ist…

  4. Ich habe ja den Eindruck, dass man in Österreich einfach nicht zwischen der Innenpolitik und Europa unterscheiden kann oder will.

    Aber wenn man sich so umschaut, dürfte das in GB und NL nicht anders gewesen sein – obwohl ich mich nicht wirklich mit der Wahlwerbung dort auseinandergesetzt habe.

    Zumindest in AUT war der gesamte "Wahlkampf" jedenfalls ein Trauerspiel. Keine Rede von Europa, keine Visionen, keine Antworten auf die wesentlichen Fragen – hallo! aufwachen, Wirtschaftskrise! außerdem steuern wir im Eiltempo auf eine ökologische Katastrophe zu – auch wenn das nur allzugern ignoriert wird.

    MMn gibt es überhaupt gar keine Alternative als das Kreuz bei Grün zu machen.
    Die Grünen arbeiten gut zusammen in Europa, es gibt so etwas wie europäische Grüne – bei den anderen Parteien bin ich mir da nicht so sicher. Oft nur ein zusammengewürfelter Haufen von Abgeordneten die ausschließlich nationale Interessen verfolgen.

    Außerdem erkennen die Grünen als einzige welches die großen Fragen dieser Zeit sind.

    Ich hoffe die Österreicher können ihre typische "Mir san mir"-Mentalität mal kurz beiseite legen und erkennen, dass sich die großen Probleme nur auf europäischer Ebene lösen lassen.

    Es geht um die Zusammensetzung eines europäischen Parlaments für die nächsten Jahre – warum hab ich den Eindruck, dass das vielen gar nicht bewusst ist…

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